Internationale Konferenz: »Jews in Muslim majority countries. History and prospects«

24.10.2017 - 15:00 Uhr bis 27.10.2017 - 17:00 Uhr
W. M. Blumenthal Akademie
Saal 
Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1
10969 Berlin

Diese Konferenz versammelt erfahrene und Nachwuchswissenschaftler*innen aus verschiedenen Kontinenten und Disziplinen, um Fragen der jüdischen Geschichte in mehrheitlich arabischen und muslimischen Ländern sowie Perspektiven ethno-religiöser Vielfalt und interkommunale Beziehungen in der Gegenwart zu erörtern.

Die Konferenz gewährt Einblick in einen Forschungsbereich, der in Deutschland bislang wenig beachtet wurde. Zugleich markiert sie den Abschluss des Projekts Zwischen Marrakesch und Maschhad. Juden in islamisch geprägten Ländern, einer einjährigen Film- und Lesungsreihe der Akademie des Jüdischen Museums Berlin.

In den letzten Jahren ist das Interesse an Juden*Jüdinnen aus vorwiegend arabischen oder muslimischen Ländern des Nahen Ostens gewachsen. Dabei legen Forscher*innen an westlichen oder israelischen Universitäten ihren Fokus häufig auf Aspekte des gemeinschaftlichen und politischen Lebens der Juden*Jüdinnen vor ihrer Flucht infolge des ersten arabisch-israelischen Krieges von 1948. Auch untersucht man ihre jahrzehntelange Marginalisierung in der israelischen Gesellschaft sowie die immer wichtigere Rolle der Mizrachim in der heutigen Kultur und Politik Israels.

Zunehmend gibt es indessen den Forschungstrend, über nationalistische und kommunalististische Narrative hinauszugehen, und jüdische Gemeinden in muslimisch geprägten Ländern der MENA-Region als Bestandteil dortiger Gesellschaften und heranreifender Nationalstaaten zu begreifen. Schließlich existiert auch in einigen MENA-Ländern eine Tradition der Judaistik, deren Vertreter*innen weitgehend isoliert von internationalen Forschungstrends agieren. In einigen MENA-Ländern, wie etwa Tunesien oder Irak, besteht erneuertes Interesse am Erbe und historischen Beitrag des Judentums zur Geschichte dieser Länder.