Indonesische Polizei will Kirchen besser gegen Terror schützen

19.02.2018

Die indonesische Polizei will nach einer Serie von Anschlägen die Sicherheit von Gotteshäusern, darunter Kirchen, sowie Klerikern besser schützen. Eine entsprechende Anweisung sei am Montag an die regionalen Kommandeure ergangen, sagte ein Polizeisprecher indonesischen Medien.

Im jüngsten Fall hatte am 11. Februar ein mit einem Schwert bewaffneter muslimischer Prediger die katholische Kirche St. Lidwina in Jogjakarta angegriffen und vier Menschen, darunter Gemeindepfarrer Karl Edmund Prier, verletzt.

Parlamentssprecher Bambang Soesaty appellierte an seine Landsleute, sich von dem Anschlag nicht provozieren zu lassen und an der Harmonie der Religionen festzuhalten. Als "barbarischen Akt der Intoleranz" verurteilte der "Rat der Ulemas", das höchste Gremium des indonesischen Islam, den Anschlag auf die katholische Kirche.

Im mehrheitlich muslimischen Indonesien gewinnen islamistische Gruppierungen zunehmend an Einfluss. Ziel der Islamisten ist die Umwandlung Indonesiens in ein islamisches Kalifat. Vermehrt kam es zu Gewaltakten gegen christliche Kirchen sowie Moscheen der muslimischen Minderheit Ahmadiyya.

In diesem Jahr finden in 17 Provinzen, 39 Städten und 115 Distrikten Kommunalwahlen statt. 2019 sind die Indonesier dann aufgerufen, ein neues Parlament und einen neuen Präsidenten zu wählen. Politische Beobachter befürchten, dass in den Wahlkämpfen der Islam als politische Waffe eingesetzt und der Druck auf religiöse Minderheiten verstärkt wird. (KNA)

Die Redaktion empfiehlt
Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu kürzen oder nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.