Fachkonferenz: Islamischer Terrorismus im dynamischen Wandel

29.03.2017 -
12:00 Uhr bis 19:15 Uhr
Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung
Tiergartenstr. 35
10785 Berlin

Islamistischer Terrorismus in Deutschland und Europa gilt als ein vergleichsweise junges Phänomen: Zwar wurden die Grundlagen hierfür schon vor Jahrzehnten gelegt, doch erst mit Beginn des syrischen Bürgerkriegs (2011) und der Ausrufung des „Kalifats“ (2014) wurde die Problematik in ihrem vollem Umfang offenkundig. Die mehr als 6.000 westlichen Staatsbürger, die seither als Foreign Fighters nach Syrien und in den Irak gereist sind, haben dem Westen in besonderer Weise die Dimension des Problems vor Augen geführt. Parallel hierzu haben sich unzählige weitere junge Menschen in ihren europäischen Heimatländern radikalisiert, sympathisieren mit dem sog. Islamischen Staat oder anderen radikal-islamistischen Organisationen und unterstützen diese aktiv oder passiv.

Allerdings hat die Ausreisewelle ihren Höhepunkt 2015 bereits überschritten. Seither sind aus westlichen Ländern kaum noch Ausreisen zu verzeichnen. Stattdessen rechnen Sicherheitsbehörden nun mit einer verstärkten Rückkehr westlicher Dschihadisten aus dem Nahen Osten nach Europa. Gemeinsam mit der weiterhin bestehenden Vor-Ort-Radikalisierung gehen staatliche Stellen daher von einer erhöhten Terrorgefahr aus. Innerhalb kürzester Zeit hat sich damit die Erscheinungsform des islamistischen Extremismus erneut verändert und zeigt, dass es sich hierbei nicht nur um ein junges, sondern auch um ein sich rapide und permanent wandelndes Phänomen handelt.

Auf diese Wandlungsprozesse müssen westliche Staaten und Gesellschaften entsprechend reagieren. Dies erfordert permanente Anpassungs- und Lernprozesse: Sowohl mit Blick auf die Analyse der sich ständig wandelnden Bedrohungsformen, als auch mit Blick auf die sicherheits- und gesellschaftspolitischen Instrumente, mit denen versucht wird, dem Phänomen Herr zu werden. Das erfordert eine besondere Offenheit und Bereitschaft – auch auf politischer Ebene -, eigene Fehler zu analysieren, zu benennen und zu korrigieren. Und es bedarf einer besonderen Flexibilität, sich neuen Umständen zeitnah anzupassen. Der Workshop hat das Ziel, der Frage nachzugehen, wie dies am besten gelingen kann, und hierfür best practices und lessons learned aus ausgewählten westlichen Ländern zusammenzutragen.

PROGRAMM

ab 12.30 Uhr Registrierung und Mittagsnack

13.30 Uhr Begrüßung

Dr. Kristina Eichhorst, Koordinatorin für Terrorismusabwehr und Konfliktmanagement, Konrad- Adenauer-Stiftung / Berlin

Deidre Berger, Direktorin, Ramer Institute des American Jewish Committee / Berlin

13.45 Uhr Terroristische Bedrohungen im Wandel: Neue Strategien alter Bekannter

Hisbollah

  • Matthew Levitt, Direktor, Stein Program on Counterterrorism and Intelligence, The Washington Institute for Near East Policy / Washington D.C.

Islamischer Staat

  • Dr. Hans-Jakob Schindler, Koordinator ISIL (Da'esh), Al-Qaida and Taliban Monitoring Team, UN-Sicherheitsrat / New York

Al-Qaida

  • Dr. Guido Steinberg, Wissenschaftler, Stiftung Wissenschaft und Politik / Berlin

Moderation: Dr. Kristina Eichhorst, Koordinatorin für Terrorismusabwehr und Konfliktmanagement, Konrad-Adenauer-Stiftung / Berlin

15.30 Uhr Kaffeepause

15.45 Uhr Terrorismusabwehr: Anpassung der Strategien und Instrumente

Reform der transatlantischen Zusammenarbeit in der Terrorismusabwehr

Prof. Shlomo Shpiro, The Begin-Sadat Center for Strategic Studies / Tel Aviv

Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit

Zohar Gefen (angefragt), Leiter der Sicherheitsbehörde des Flughafens Ben Gurion / Tel Aviv

Bekämpfung terroristischer Onlinepropaganda

Dr. Erin Marie Saltman, Policy Manager EMEA, facebook / London

Moderation: Leonard Kaminski, Ramer Institute des American Jewish Committee / Berlin

17.30 Uhr Kaffeepause

(Wechsel vom Jakob-Kaiser-Saal ins Forum)

18.00 Uhr Zwiegespräch: Deutschland nach dem Anschlag – abgestumpft oder resilient?

Tanit Koch, Chefredakteurin, Bild-Zeitung / Berlin

Prof. Michael Wolffsohn, Historiker und freier Publizist / München

Moderation: Deidre Berger, Direktorin, Ramer Institute des American Jewish Committee / Berlin

19.30 Uhr Empfang