Chemiewaffen-Organisation untersucht mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien

09.04.2018

Die Internationale Organisation für ein Chemiewaffenverbot (OPCW) untersucht den mutmaßlichen Giftgasangriff auf die syrische Rebellenhochburg Duma. Auf Grundlage der Berichte zu dem Vorfall sei bereits eine erste Analyse erstellt worden, sagte OPCW-Chef Ahmet Üzümcü. Nun würden weitere Informationen gesammelt um zu prüfen, ob tatsächlich Chemiewaffen eingesetzt worden seien.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte derweil bei einer Pressekonferenz in Moskau, russische Experten hätten in Duma "keinerlei Spuren" von Giftgas gefunden. "Unsere Militärspezialisten waren bereits vor Ort", sagte Lawrow. Sie hätten keine Spuren von Chlor oder anderen chemischen Substanzen gefunden, die gegen Zivilisten eingesetzt worden seien.

Syrische Rettungskräfte hatten erklärt, bei einem Angriff mit giftigem Chlorgas seien am Samstag in Duma dutzende Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden. Der mutmaßliche erneute Einsatz von Chemiewaffen in dem Bürgerkriegsland löste international Empörung aus.

US-Präsident Donald Trump verurteilte den "sinnlosen Chemieangriff" und warnte, die Verantwortlichen müssten einen "hohen Preis" dafür bezahlen. Auch das Auswärtige Amt in Berlin verurteilte den mutmaßlichen Angriff "auf das Schärfste".

Die Bundesregierung vermutet die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hinter dem mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz in der Stadt Duma. «Die Verantwortlichen für den Einsatz von Giftgas, für die gezielte Bombardierung ziviler medizinischer Infrastruktur, müssen zur Rechenschaft gezogen werden», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

«Und auch bei diesem Giftgaseinsatz deuten die Umstände auf die Verantwortlichkeit des Assad-Regimes hin.» Seibert betonte, ein so schwerwiegender Verstoß gegen das Völkerrecht «darf nicht ungesühnt bleiben». Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte: «Bei solchen abscheulichen Taten, da darf es keine Straflosigkeit geben.»

Ohne die Unterstützung Russlands und des Irans könne die syrische Regierung ihren Kurs einer rein militärischen Lösung des Konflikts nicht verfolgen, sagte Seibert. Beide Länder seien deshalb in der

Verantwortung, dem Regime Einhalt zu gebieten. «Russland muss seine Blockadehaltung im UN-Sicherheitsrat mit Blick auf eine Untersuchung von Chemiewaffeneinsätzen in Syrien aufgeben.» (dpa/afp)

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