Bundesaußenminister Maas und Hilfswerke rufen zu Einsatz und Hilfe für Syrien auf

02.01.2020

Angesichts der anhaltenden Gewalt in Syrien rufen Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und mehrere Organisationen zu einem Ende der Kämpfe und zu mehr Hilfe auf. Maas kündigte an, Deutschland wolle weitere sieben Millionen Euro für syrische Flüchtlinge in der Region bereitstellen. Die Deutsche Welthungerhilfe stellt 100.000 Euro Soforthilfe bereit. Die UNO-Flüchtlingshilfe ruft zu mehr Engagement auf, da die humanitäre Hilfe in Syrien "dramatisch unterfinanziert" sei.

Mit Blick auf die Lage in der Region Idlib forderte Maas ein sofortiges Ende der Kämpfe. "Die humanitäre Situation in Idlib ist ohnehin schon katastrophal und verschärft sich durch die Kämpfe immer weiter", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Durch die Angriffe auf Idlib sind nach UN-Angaben 235.000 Zivilisten vertrieben worden.

"Zehntausende sind auf der Flucht, unter schwersten Bedingungen, mitten im Winter. Es braucht ein sofortiges Ende der Angriffe und eine dauerhafte Waffenruhe", betonte der SPD-Politiker weiter. Zugleich kündigte er an, Deutschland werde weitere sieben Millionen Euro für ein UN-Programm für grenzüberschreitende humanitäre Hilfe für Syrien bereitstellen.

Die UNO-Flüchtlingshilfe, der nationale Partner des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, erklärte am Sonntag in Bonn, dass die humanitäre Hilfe in Syrien "dramatisch unterfinanziert" sei: "Nur rund ein Drittel der benötigten Mittel stehen zur Verfügung, um die Menschen vor Ort mit den notwendigsten Hilfsgütern zu versorgen." Nach acht Jahren Krieg lebten bereits mehr als 80 Prozent der Syrer unter der Armutsgrenze.

Der Bürgerkrieg in Syrien habe etwa die Hälfte der Bevölkerung zur Flucht gezwungen: "6,2 Millionen Syrer sind im eigenen Land vertrieben. 5,6 Millionen syrische Flüchtlinge hat der UNHCR bisher in den Nachbarländern Jordanien, Libanon, Irak, Türkei, Nordafrika und in anderen Ländern registriert." Etwa die Hälfte der Flüchtlinge und Vertriebenen seien Kinder.

Die Welthungerhilfe erklärte, sie versorge derzeit etwa 50.000 Flüchtlinge in Form von Winterhilfe über Gutscheine mit Heizmaterial und verteile Brot sowie Hygieneartikel. Partnerorganisationen vor Ort hätten in den letzten Tagen dringende Bitten nach mehr Unterstützung geäußert: "Deshalb stellt die Welthungerhilfe 100.000 Euro Soforthilfe bereit." (KNA)

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