Bundesamt setzt Vorrang-Asylprüfung für Nordafrikaner um

19.01.2016

Asylanträge von Algeriern, Marokkanern und Tunesiern sollen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) jetzt mit Vorrang bearbeitet werden. Nach einem Erlass des Bundesinnenministeriums laufen die Vorbereitungen für die sogenannte prioritäre Bearbeitung auf Hochtouren.

Voraussichtlich könne rasch damit begonnen werden, sagte ein Sprecher. Ziel der Maßnahmen ist es, die Verfahrensdauern deutlich zu verkürzen.

Bislang dauern die Asylverfahren von Marokkanern und Tunesiern im Schnitt mehr als zehn Monate, bei algerischen Asylsuchenden knapp acht. Dies ist deutlich mehr als bei anderen Ländern: Die durchschnittliche Verfahrensdauer über alle Herkunftsstaaten liegt derzeit bei rund fünf Monaten. Die Zahl der Asylbewerber aus Marokko und Algerien war zuletzt kräftig gestiegen.

Menschen aus den drei Ländern haben schlechte Chancen, in Deutschland bleiben zu dürfen. Nur 3,7 Prozent der Anträge von Marokkanern werden bewilligt. Bei Menschen aus Algerien sind es 1,6 Prozent und bei Tunesiern sogar nur 0,2 Prozent. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich daher dafür ausgesprochen, die Länder zu sicheren Herkunftsstaaten zu erklären. Damit hätten Asylbewerber von dort kein Recht auf Asyl in Deutschland. Bislang werden bereits Asylanträge etwa von Syrern, Eritreern und Menschen vom Westbalkan vorrangig vom BAMF bearbeitet. (dpa)

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu kürzen oder nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.