Beyond the Exhibit I. Contextualising Emerging Iranian Artists

06.01.2018 - 18:00 Uhr bis 21.01.2018 - 22:00 Uhr
Factory TT Berlin/Teheran
Keithstr. 5
10787 Berlin

Das Ausstellungsprojekt Beyond the Exhibit I. Contextualising Emerging Iranian Artists stellt
junge iranische Künstler*innen vor, die nach der Islamischen Revolution von 1978/1979
geboren wurden. Alle Teilnehmer*innen haben eine Universität absolviert und versuchen,
hauptberuflich als Künstler*innen zu arbeiten. Viele der Künstler*innen leben in Teheran,
sechs Teilnehmer*innen anderswo: in Karaj, Kerman und Isfahan. Bei der Auswahl der
Künstler*innen spielte weniger ihre Ausstellungsbiografie eine Rolle, als vielmehr der
Gesellschaftsbezug in ihren Werken. Der Titel der Ausstellung deutet an, dass das Projekt über
die reine Präsentation von künstlerischen Arbeiten hinausgeht. Alle Ausstellungsbeiträge
werden von Interviews mit den Teilnehmer*innen begleitet, die der Künstler Shahram
Entekhabi initiiert, geführt und gefilmt hat. Diese Video-Clips geben Aufschluss über den
jeweiligen künstlerischen Werdegang, die soziale Stellung des*der Künstler*in, die
Produktionsbedingungen und ihre Themenwelt. Sie zeichnen ein ganz eigenes Bild der
aktuellen Situation für Künstlerinnen und Künstler im Iran. Beyond the Exhibit ist als
fortlaufende Serie von Ausstellungsprojekten an verschiedenen Orten im In- und Ausland
geplant.
Shaghayegh Ahmadian aus dem Norden Irans kritisiert den Formen- und Themenkanon des
akademischen Ausbildungsbetriebs des Landes. Nach ihrem Jurastudium wendete sich Negar
(Zahra) Alemzade Gorji ausschließlich der Kunst zu und hinterfragt stereotype
Geschlechterrollen. Mustafa Choobtarash aus Dezful am persischen Golf beschäftigt sich in
seinem Werk mit den Auswirkungen des achtjährigen Iran-Irak-Kriegs. Negar Ghiamat
thematisiert die Verletzlichkeit des Menschen und der Natur. Fahimeh Haghighi lebt in
Isfahan und arbeitet als Lehrerin mit marginalisierten Kindern am Rande der Gesellschaft,
denen sie in ihrer Malerei ein Gesicht gibt. Sarah Hosseini Sefiddashti aus Isfahan beschäftigt
sich in ihren fotorealistischen Malereien mit der Situation von Frauen im öffentlichen Raum,
insbesondere mit der großen Zahl von Säureanschlägen in Isfahan und ihren psycho-sozialen
Auswirkungen auf die Gesellschaft. Mehrdad Jafari fokussiert in seinen Zeichnungen und
Installationen Entscheidungsprozesse in Bezug auf Migration. In seinen Raumexperimenten
im Medium der Malerei behandelt Alireza Nekouei Isolation und Ausgrenzung in der
Gesellschaft. Roohangiz Safarinzhad führt einen konsumkritischen Diskurs und thematisiert
die Auswirkungen der Industriegesellschaft auf die Umwelt. Häufiges Thema von Rene Saheb
sind Formeln der Kommunikation und Sprachbarrieren. Die fotografischen Arbeiten von
Farzin Shadmehr zeigen Frauen jenseits traditioneller Rollenmodelle: Sportlerinnen und
Behinderte. Shahryar Rezaei aus der Wüstenstadt Kerman arbeitet zum Themenkomplex
Landflucht und Migration.