Berlins SPD-Fraktionschef Raed Saleh fordert Emanzipation der Muslime in Deutschland

17.07.2017

Der SPD-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, hat sich für die Emanzipation der Muslime in Deutschland ausgesprochen. Es gehe darum, dass sich künftig "die vier bis fünf Millionen Muslime in Deutschland auch als Deutsche begreifen und ihre Religion als deutschen Islam leben können", sagte Saleh der "Bild am Sonntag".

Saleh forderte, dass Imame künftig zwingend in Deutschland ausgebildet werden müssten. "Ich will hier keine Import-Imame, Leute, die keinen Schimmer von unserer Art zu leben haben. Ich möchte so viel Unabhängigkeit wie möglich von der Türkei, dem Iran oder Saudi-Arabien."

Der gebürtige Palästinenser fordert auch von den Zuwanderern eine stärkere Identifikation mit Deutschland. Saleh sagte dem Bericht zufolge: "Ich treffe oft auf junge Migranten, die mir sagen: Was habe ich mit dem Holocaust zu tun. Ich sage ihnen: Aber ihr lebt in Deutschland, es ist euer Land. Also tragt auch ihr Verantwortung dafür, dass sich die dunklen Seiten seiner Geschichte nie mehr wiederholen."

Gegenüber Menschen, die sich nicht an eine deutsche Leitkultur halten wollten, dürfe es keine Toleranz geben. "Wenn du dieses Land verachtest, dann such dir ein anderes Land. Spuck nicht auf das Land, das dir Freiheit schenkt - sondern liebe es", sagte Saleh der Zeitung. Seiner Ansicht nach müssen "Alle Feinde unserer Leitkultur mit allen Mitteln bekämpft werden. Wir dulden keine rechtsfreien Räume".

Am Montag stellt der SPD-Politiker sein neues Buch "Ich deutsch - die neue Leitkultur" in Dresden vor. "Klare Regeln haben mir und meiner Familie sehr geholfen, uns hier zurechtzufinden", sagte Saleh der Zeitung. "Deutschland ist ein wunderbares, weltoffenes Land und ich finde: Wir müssen uns den Begriff des Patriotismus von denen, die ihn missbrauchen, zurückholen." (AFP)

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