Ausstellung: James Casebere - Flüchtig

12.02.2016 - 10:00 Uhr bis 12.06.2016 - 18:00 Uhr
Stiftung Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1
80538 München

Als sich James Casebere (geb. 1953 in Lansing, Michigan, USA) Mitte der 1970er-Jahre künstlerisch zu betätigen begann, befand sich die Fotografie im Umbruch. Zu dieser Zeit formulierten Künstler für dieses Medium verschiedene neue Ansätze. Casebere gehört zu einer Generation von Künstlern, welche die Wahrhaftigkeit von Bildern von Anfang an hinterfragte, und für die eine Fotografie etwas anderes ist als ein Dokument.

„Ich versuche, etwas zu schaffen, das eine bestimmte Art des psychischen Raums verkörpert oder dramatisiert, so dass bestimmte Vorstellungen und Erfahrungen verstärkt werden", beschreibt Casebere sein Bildverständnis. Seine Modelle verkörpern beispielhaft das architektonische Unbewusstsein einer gegebenen Raumfolge.

Ein Bild von Casebere bezieht sich nicht auf einen stabil existierenden Gegenstand. Vielmehr verdichtet sich darin ein System von politischen und assoziativen Bezügen, auch zu flüchtigen Dingen wie Erinnerungen oder Träumen. So faszinieren ihn z.B. auch die von dem osmanischen Architekten Mimar Sinan (1489/1490-1588) erbauten Moscheen, Koranschulen und Karawansereien in Istanbul - u.a. weil ihre ästhetischen, lichten Innenräume trotz der Höhe menschlichen Maßstab wahren. Seine Recherchen über die komplexe Vergangenheit des Islams haben Casebere hin zu Epochen und Kulturen geführt, die für ein Miteinander von Islam, Judentum und Christentum sowie für gegenseitige kulturelle Bereicherung stehen, wie etwa Spanien in den Jahren von 711 bis 1492. Mit Werken wie „Mosque (after Sinan) #2", „Spanish Bath" oder „La Alberca" ruft Casebere diese Epochen oder Momente des Sublimen im Bewusstsein des Betrachters wach.
Die Ausstellung wird begleitet von einem Katalog, herausgegeben und mit einem Essay von Okwui Enwezor sowie mit Beiträgen von Caleb Smith und Brian Wallis (Prestel Verlag).

Vorbesichtigung für Presse am Donnerstag, den 11. Februar 2016, 11 Uhr

Eröffnung und Künstlergespräch (James Casebere mit Okwui Enwezor) am Donnerstag, den 11. Februar 2016, 19 Uhr

„James Casebere. Flüchtig" wird von Okwui Enwezor kuratiert, mit Unterstützung von Anna F. Schneider.

Ermöglicht durch die maßgebliche Förderung der Alexander Tutsek-Stiftung.

Bildmaterial steht unter www.hausderkunst.de/presse/info.htm zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich bei weiteren Fragen an Elena Heitsch

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