Appelle für ein Miteinander der Religionen zum Ramadan-Ende

26.06.2017

Politiker und Kirchenvertreter haben sich zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan am Samstag für ein Miteinander der Religionen ausgesprochen. Die Freude über das Fest des Fastenbrechens "sollte uns über die Grenzen unserer Religionen hinweg noch stärker verbinden", erklärte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Grußbotschaft in Berlin. "Muslime, Juden und Christen teilen nicht nur die Freude an der Gemeinschaft; sie teilen auch den Glauben an einen barmherzigen Gott", so der Bundespräsident.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) erklärte, er sehe ein großes Friedenspotenzial in den Religionen. "Der Ramadan steht für einen respektvollen Umgang mit den Mitmenschen und für die Unterstützung derjenigen, die Hilfe benötigen. Er steht auch dafür, dass Menschen einander begegnen und über Religionsgrenzen hinweg ins Gespräch kommen", so Gabriel.

In seiner Grußbotschaft nahm Gabriel auch Bezug auf eine Zusammenkunft von Religionsvertretern vor wenigen Wochen im Auswärtigen Amt. "Dieses Treffen hat gezeigt, welches Potenzial für den Frieden in den Religionen liegt. Das war ein ermutigendes Zeichen", so der Außenminister. Er ergänzte: "Möge das Ende des Fastenmonats dafür stehen, dass sich Muslime und andere Gläubige gemeinsam für Frieden und Toleranz einsetzen."

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoguz (SPD) plädierte, in der vielfältigen Gesellschaft für mehr Zusammenhalt über Religionsgrenzen hinweg einzustehen. "Das ist besonders im Ramadan 2017 wichtig, eine Zeit, in der überall auf der Welt Unfrieden geschürt wird", so die stellvertretende SPD-Vorsitzende.Zum Ramadanfest sei deshalb daran erinnert: "Muslim-Sein und Deutsch-Sein sind keine Gegensätze, sondern gelebte Normalität für Millionen Menschen in Deutschland", so Özoguz.

Der Limburger Bischof Georg Bätzing unterstrich im Interview mit WDR5 seinen Aufruf an Christen und Muslime zur Zusammenarbeit "in den aktuellen und drängenden Fragen unserer Zeit". Dieser Herausforderung könnten sie gemeinsam mit Bildung, geistiger Offenheit und dem Willen zur politischen und ökologischen Veränderung entsprechen, betonte der Vorsitzende der Kommission für den Interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz bereits in der Woche.

Der Präsident des internationalen katholischen Hilfswerks missio München, Wolfgang Huber, sprach sich für mehr interreligiösen Dialog aus. "Nur durch ein friedliches Miteinander der Religionen ist ein dauerhafter Friede möglich", sagte Huber. Gerade in einer Welt, die von Terroranschlägen und sozialer Unsicherheit geprägt sei, sei es wichtig, aufeinander zuzugehen, einander besser kennenzulernen und gemeinsam für das einzutreten, was die Religionen verbinde, nämlich Frieden.

Dem islamischen Fastenmonat Ramadan folgt das dreitägige Fest des Fastenbrechens, arabisch 'Id al Fitr. In Deutschland wird es in diesem Jahr von Sonntag bis Dienstag gefeiert. (KNA)

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