Annäherung an Kairo - Türkische Diplomaten zu Gesprächen in Ägypten

05.05.2021

Istanbul/Kairo. Nach langer diplomatischer Eiszeit nähern sich die Türkei und Ägypten weiter an. Eine Delegation aus Ankara reise am Mittwoch zu einem zweitägigen Besuch nach Kairo, teilten die Außenministerien beider Länder am Dienstagabend mit.

Bei dem Treffen unter Führung von stellvertretenden Außenministern sollen demnach "notwendige Schritte" zu einer möglichen Normalisierung der Beziehungen beider Länder erörtert werden, hieß es von türkischer Seite. Es gehe um die Normalisierung auf "bilateraler und regionaler" Ebene, teilte das ägyptische Außenministerium in Kairo knapp mit. Die Beziehungen zwischen Kairo und Ankara lagen seit Jahren auf Eis.

Im März hatte die Türkei die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen mit Kairo verkündet. Der politische Streit eskalierte 2013, nachdem die türkische Regierung die Absetzung des damaligen islamistischen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi durch die Armee wiederholt als illegitimen "Militärputsch" bezeichnet hatte. Botschafter beider Länder wurden 2013 abgezogen.

Ägypten wirft der Türkei unter anderem vor, weiterhin islamistische Organisationen wie die Muslimbrüder in der Region zu unterstützen. Gegen Anhänger der Muslimbruderschaft im Land geht Präsident Abdel Fattah al-Sisi mit großer Härte vor, etliche sitzen im Gefängnis. Zudem unterstützen beide Länder im Konflikt in Ägyptens Nachbarland Libyen unterschiedliche Parteien.  (dpa)

 

Lesen Sie auch:

Ägypten: Dollars für Despoten: Die internationalen Schutzpatrone von Präsident al-Sisi

Fünf Jahre nach dem Mord an Giulio Regeni: Europas gefährliche Ägyptenpolitik

Deutsch-ägyptische Polizeikooperation: Beihilfe zur Repression?

Europäisch-marokkanische Beziehungen: Der Stabilitätsmythos

Die Redaktion empfiehlt