Amnesty International setzt sich für palästinensischen Clown in israelischem Gewahrsam ein

08.03.2016

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International und palästinensische Künstler haben sich am letzten Wochenende für den palästinensischen Zirkusclown Mohammed Abu Sakha eingesetzt, der seit drei Monaten ohne Anklage und Prozess in Israel inhaftiert ist. Der 23-jährige Artist und Zirkuslehrer war nach Angaben der Bürgerrechtler am 14. Dezember im besetzten Westjordanland festgenommen worden und sitzt seitdem im nordisraelischen Megiddo-Gefängnis in Verwaltungshaft.

Diese umstrittene Haftform ermöglicht es Israel, als Sicherheitsrisiko eingestufte Personen unbegrenzt einzusperren, ohne sie vor Gericht zu stellen. Amnesty International erklärte, Israel halte Abu Sakha für ein aktives Mitglied der marxistischen "Volksfront für die Befreiung Palästinas" (PFLP), deren bewaffneter Flügel als Sicherheitsbedrohung angesehen werde. Die Pressestelle der israelischen Armee erklärte sich auf Anfrage vorläufig außerstande, den Fall zu kommentieren.

PPAN, ein Netzwerk palästinensischer Künstler und kultureller Einrichtungen, äußerte "große Betroffenheit" angesichts der anhaltenden Inhaftierung von Abu Sakha, der seit 2008 der Zirkusschule von Birzeit angehöre, zunächst als Schüler und danach als Clown und Lehrer. PPAN rief Kulturschaffende in aller Welt auf, "sich mit der illegalen israelischen Praxis der Verwaltungshaft zu beschäftigen" und sich für die Freilassung des Zirkusartisten einzusetzen.

Amnesty forderte, Druck auszuüben, bevor sich am 21. März ein israelisches Militärgericht mit dem Fall befasst. Von den gegenwärtig rund 7.000 Palästinensern in israelischen Gefängnissen sind etwa zehn Prozent in Verwaltungshaft. Zugleich ist derzeit ein jüdischer Israeli unter Anwendung des gleichen Ausnahmerechts seit sieben Monaten inhaftiert, weil er als Anführer einer rechtsextremistischen Untergrundgruppe gilt, die Hassverbrechen gegen Palästinenser und Christen verübte. (AFP)

Mehr zum Fall Mohammed Abu Sakha auf der Webseite von Amnesty International

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu kürzen oder nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.