200.000 Muslime zum Ramadan-Ende auf dem Jerusalemer Tempelberg

03.05.2022

Jerusalem. Rund 200.000 Muslime haben am Montagnachmittag an den Feiertagsgebeten zum "Eid al-Fitr", dem Fest des Fastenbrechens zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan, auf dem Jerusalemer Tempelberg teilgenommen. Es seien deutlich mehr Beter zur Al-Aqsa-Moschee gekommen als seit vielen Jahren, bestätigte der oberste Imam der Heiligen Stätte, Scheich Omar al-Kiswani, telefonisch gegenüber israelischen Medien. Der Tempelberg in Jerusalem, auf Arabisch Haram al-Scharif, ist die drittheiligste Stätte für Muslime - nach Mekka und Medina in Saudi-Arabien.

Im Laufe des Ramadan war es in Israel und im Westjordanland wiederholt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Bei palästinensischen Angriffen in Israel und im Westjordanland kamen 16 Menschen ums Leben. Mindestens 27 Palästinenser wurden bei israelischen Operationen im Westjordanland getötet. Besonders heftig waren die Zusammenstöße zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern in Jerusalem auf dem Tempelberg. Neben der Mehrheit der friedlichen Beter kamen wiederholt jugendliche Besucher, die Steine in Richtung der jüdischen Klagemauer warfen; mehrfach stürmte die israelische Polizei das Plateau.

Am Montagmorgen hatten Palästinenser über einem Torbogen des Terrains, auf dem einst der jüdische Tempel stand, ein riesiges Plakat entfaltet, auf dem die Hamas ein fröhliches Fasten-Ende wünschte. Auch in den vergangenen Jahren war der Ramadan in Jerusalem und den Palästinensergebieten wiederholt von Spannungen und Zusammenstößen geprägt. 2021 waren die Auseinandersetzungen im Fastenmonat einer der Auslöser für den nachfolgenden Gazakrieg. (KNA)

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