DOSSIER
Irak - Krieg und Wiederaufbau
Saddam Hussein ist gestürzt. Doch die Diskussionen um den Irak gehen weiter: Wie lange sollen die USA und ihre Verbündeten das Land regieren? Wie wird der Wiederaufbau des Iraks vonstatten gehen? Können ausländische Institutionen Hilfestellung leisten? Wir versuchen, einige Aspekte zu beleuchten.
Fokus
Ghasi el Jawar zu Besuch in Berlin
Geschäftsbeziehungen zwischen dem Irak und Deutschland sind nichts Neues. Allerdings waren sie unter Saddams Diktatur und während des letzten Irak-Krieges unterbrochen. Offizielle Gespräche in Berlin sollen das ändern.
Deutsch-irakische Beziehungen
Im Mittelpunkt des Interesses von Ghasi el Jawars Besuch in Berlin stehen die Beteiligung der deutschen Wirtschaft am Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes sowie staatliche Aufbauhilfen. Peter Philipp kommentiert.
Irak und seine Nachbarn
Die Beziehungen zwischen dem Irak und seinem Nachbarn Iran sind angespannt. Der irakische Verteidigungsminister Hazem al-Shalaan bezeichnet den Iran sogar als "Feind Nummer Eins". Peter Philipp berichtet.
Machtübergabe
Die Zukunft des Irak steht nach der Machtübergabe auf Messers Schneide, sagt der Arabist und Historiker Henner Fürtig. Das Land könne immer noch auseinander brechen. Viel komme auf die Wahlen 2005 an.
Irak
Für den Irak gibt es konkrete, hoffnungsvolle Pläne: Demokratisierung und Souveränität, demokratische Selbstbestimmung anhand von freien Wahlen. Doch ein demokratischer Irak scheint noch weit entfernt zu sein, meint Peter Philipp.
Meinung
Deutschland/Irak
Mehrere linke Organisationen in Deutschland und Österreich sammeln Geld zugunsten des irakischen Widerstands. Aber wen und welche Ziele unterstützen sie damit? Majid al-Khatib mit Hintergründen
Irak
Ein Jahr nach Beginn des Irak-Kriegs fällt die Bilanz gemischt aus. Einerseits sind weder Massenvernichtungswaffen gefunden worden, noch hat eine Demokratisierung des Irak und des Nahen Ostens stattgefunden. Peter Philipp kommentiert
Justiz
Irak
Saddam Hussein soll kurz nach der Machtübernahme der Übergangsregierung am 30. Juni den Irakern übergeben werden. Strittig ist, ob der Ex-Diktator dort von einem Gericht zum Tode verurteilt werden kann. Mahmoud Tawfik berichtet
Irak
Der frühere irakische Diktator Saddam Hussein wurde zwar mittlerweile zum Kriegsverbrecher erklärt, was ihm gewisse Rechte einräumt. Auf seinen Prozess wird er trotzdem noch eine Weile warten müssen.
Kultur
Nach dem Sturz des Baath-Regimes kehrt das kulturelle Leben und damit auch die ausländischen Kulturinstitute nach Bagdad zurück. Welche Aktivitäten sind von dort in den vergangenen Monaten ausgegangen? Ein Bericht von Saad Hadi aus der irakischen Hauptstadt.
Irak
Wie sieht es aus mit der Kultur im Irak - ein Jahr nach dem Ende der "offiziellen" Kampfhandlungen? Angesichts der fortschreitenden Gewalt hört man wenig von der irakischen Kultur, die nach Angaben des irakischen Kulturministers, Mufid al-Djasairi, in Trümmern liegt. Werner Bloch hat mit ihm gesprochen.
Wiederaufbau
Nach der Machtübergabe machen sich auch deutsche Firmen wieder größere Hoffnungen auf lukrative Aufträge im Irak. Nach dem Ende des Krieges waren sie zunächst von Aufträgen der US-Regierung ausgeschlossen worden. Hintergründe von Andreas Becker
Interview
Ein Ende des Irak-Konflikts scheint noch lange nicht in Sicht. Doch in einigen Landesteilen gibt es Anzeichen für eine politische Normalisierung und einen wirtschaftlichen Aufbruch. Qantara.de sprach mit Ferhad Ibrahim, Professor für Politik- und Zeitgeschichte, nach dessen Rückkehr aus dem Irak.
Interview
Während der letzten Jahrzehnte wurde das gesamte Kulturgeschehen im Irak von der regierenden Baath-Partei kontrolliert. Mufid al-Djasairi, der amtierende Kulturminister, berichtet in einem Gespräch mit Qantara über die Pläne seines Ministeriums, die irakische Kulturszene wieder zu beleben.
Wiederaufbau
Die Jagd auf Geschäfte im Irak ist eröffnet. Auch deutsche Unternehmen buhlen auf einer Wiederaufbaumesse in Kuwait um irakische Kunden. Technologie aus Deutschland wird geschätzt. Dennoch gibt es Hindernisse. Steffen Leidel berichtet.
Geschichtsaufarbeitung
Mit Akten und Behörden kennen sich die Deutschen aus, davon sollen nun auch die Iraker profitieren. Nach dem Vorbild der Gauck-Behörde sollen auch die Geheimakten des Baath-Regimes gesammelt und ausgewertet werden.
In letzter Zeit häufen sich die Meldungen über die Entdeckung von Massengräbern im Irak. Dies hat eine Gruppe deutscher Archäologen dazu veranlasst, die Organisation "Archäologen für Menschenrechte" zu gründen.
Vor dem Irak-Krieg war die kleine und schlecht ausgestattete Börse in Bagdad ein Eldorado für Nostalgiker. Derzeit hat sie geschlossen. Doch noch in diesem Jahr soll sie wieder ihre Pforten für den Aktienhandel öffnen.
Bis Ende August 2003 können sich Mobilfunk-Unternehmen um drei Lizenzen für den Aufbau eines Handy-Netzes im Irak bewerben. Zumindest theoretisch. Denn durch die Kriterien wird ein Großteil der Firmen ausgeschlossen.
Humanitäre Hilfe wird weltweit einseitig verteilt, klagen Organisationen wie das Internationale Rote Kreuz. Nicht das Leid der Menschen allein, sondern Politik, Militär und Medien bestimmen über die Hilfe in der Not. Ein Beitrag von Steffen Leidel.
Zu den Kollateralschäden des Irak-Kriegs gehörte auch das Internet. Seit Ende März war das Land offline. Inzwischen steht die erste Verbindung wieder. Der Neustart des irakischen Internets beginnt auf einem Dach.
Frauen
Vor allem die Frauen im Irak leiden unter den Folgen der drei letzten Kriege und der Sanktionen. Nadje Al-Ali, im Sommer 2003 Marie-Jahoda-Gastprofessorin für Internationale Frauenforschung an der Ruhr-Universität Bochum, hat die Situation untersucht.
Dialog nach dem Krieg
Welchen Beitrag können irakische Intellektuelle für den Aufbau ihres Landes leisten? Darüber diskutierten auf dem Internationalen Literaturfestival in Berlin die Autoren Jabbar Yassin Hussin und Amal al-Jubouri.
"In den vergangenen Monaten musste ich oft an einen Satz der deutschen Schriftstellerin Irmgard Keun denken: 'Sie tragen keine Hakenkreuze mehr, aber sonst hat sich nichts geändert.'" Der irakische Dichter Khalid Al-Maaly im Gespräch mit seinem Dichterkollegen Hussain Ali Younis.
Zwischen Hoffnung und Wirklichkeit
Asylpolitik
Nach dem Willen des Bundesinnenministeriums sollen irakische Flüchtlinge in ihr Land zurückkehren. Doch Menschenrechtgruppen kritisieren, die Bundesregierung verfüge dabei über kein klares, humanitäres Konzept. Martina Sabra hat sich für Qantara.de umgehört.
Dialog über den Krieg
Der libanesische Dichter und Essayist Abbas Beydoun und der deutsche Schriftsteller Michael Kleeberg lernten sich im Winter letzten Jahres im Rahmen des Berliner Projektes West-östlicher Diwan kennen. Anlässlich des Krieges gegen den Irak bat Qantara.de die beiden Autoren, in einen Briefwechsel über den Verlauf der Ereignisse zu treten, den wir hier veröffentlichen.