
Nimmt kein Blatt vor den Mund: Al-Aswani kritisiert die sozialen und politischen Zustände im heutigen Ägypten auf subtile Weise.
Der Saal war voll, alle Plätze ausverkauft. Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Kölner Lesung, hatten sich viele Deutsche und Araber eingefunden und warteten auf den Autor des erfolgreichste Romans der zeitgenössischen arabischen Literatur: "Der Jakubjian-Bau". Noch berühmter wurde Alaa al-Aswani allerdings nach der Verfilmung seines Romans – unter anderem mit ägyptischen Stars wie Adel Imam, Nour al-Sherif und Youssra. 
Neue Heimat - alte Heimat? In "Chicago" stellt Al-Aswani das Leben von Ägyptern in den USA dar.
Jedoch geht es im Roman mehr um Ägypten als um die Vereinigten Staaten. Chicago ist – wie "Der Jakubijan-Bau" – ein "Panorama"-Roman: Ägyptische Studierende, Dozenten und ihre Familien sowie amerikanische Professoren sind die Akteure in dem Roman. Einige Ägypter leben seit Jahren in den USA und fühlen sich inzwischen wie Amerikaner, andere leiden – unterschiedlich ausgeprägt – unter Heimweh. Die meisten von ihnen leben in einem Konflikt zwischen alter und neuer Heimat. Und sie alle werden vom ägyptischen Geheimdienst bespitzelt.
"Der Jakubijan-Bau" wird nicht nur in Ägypten und den Ländern des Maghrebs viel gelesen, sondern ist auch im Westen ein Bestseller.
In der deutschen Presse wurde der erste Roman Aswanis, "Der Jakubijan-Bau", fast unisono begrüßt. Manche Kritiker verglichen al-Aswani sogar mit dem großen Meister Mahfuz. Sehr auffallend an der deutschen Rezeption ist vor allem, dass "Der Jakubijan-Bau" nicht unbedingt als große Literatur gefeiert wurde, sondern vielmehr als Spiegel sozialer und politischer Missstände im Land am Nil. Es soll den Schlüssel zum Verständnis einer arabisch-islamischen Gesellschaft und eine Antwort auf die Frage liefern, wie man Terrorist wird.
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