Zerstörtes Syrien
Syrien leidet unter dem Bürgerkrieg. 40 Prozent der Infrastruktur ist zerstört. Vier Millionen Menschen mussten ihre zerbombten Häuser verlassen, sind obdachlos. Der Alltag in dem Krisengebiet wird immer schwieriger. Eindrücke von Andreas Stahl
Blutspuren
Schon seit März 2011 tobt in Syrien der Bürgerkrieg. Fast 70.000 Menschen sollen bislang in dem bewaffneten Konflikt getötet worden sein. Die Stadt Aleppo ist von den Kampfhandlungen zwischen Regierungstruppen und Rebellen besonders stark betroffen. Blutbespritzte Wände in einem Klassenraum zeugen von den anhaltenden Kämpfen und der Brutalität des Krieges. Tägliches Morden
Das Töten geht weiter: Mohammed, 27, wurde jüngst von einem Heckenschützen der Regierungstruppen am Fuß verwundet. Jetzt schießt er selbst aus dem Hinterhalt - exakt aus der Position, aus der ihn sein Gegner getroffen hatte. Geheime Operationen
In einem improvisierten Krankenhaus operieren Ärzte einen verwundeten Rebellen. Zurzeit führen sie täglich durchschnittlich 18 solcher Eingriffe durch. Wird ihre Arbeit von feindlichen Gruppen entdeckt, müssen auch sie um ihr Leben fürchten.Feuerpause
Ein Kämpfer der kurdischen Organisation YPG sammelt sich während einer Feuerpause. Die Kurden in Syrien kämpfen dafür, in einem zukünftigen syrischen Staat gleichberechtigt leben zu können. Im Moment bekämpfen sie sowohl die Regierungstruppen als auch die Rebellen. Kinder ohne Heimat
Fast drei Millionen Häuser wurden im syrischen Bürgerkrieg zerstört, immer mehr Frauen, Männer und Kinder werden heimatlos. Dieses Wohnhaus wurde jüngst bei einem Luftangriff des syrischen Regimes zerbombt. Die Puppe hat ein vier Jahre altes Mädchen zurückgelassen. Auf der Flucht
700.000 Syrer haben inzwischen ihre Heimat verlassen und sind in die Nachbarstaaten geflohen. Im Flüchtlingslager Atmeh sind diejenigen gestrandet, die von der Türkei nicht mehr aufgenommen werden. In diesem Camp auf syrischem Boden in unmittelbarer Nähe der türkischen Grenze leben zurzeit 15.000 Menschen. Ein Drittel von ihnen sind Kinder.Kunsttherapie im Flüchtlingslager
Safa arbeitet als Kunsttherapeutin im Flüchtlingslager Atmeh. Bei jedem Besuch bringt sie Papier und Farben mit, gekauft von ihrem eigenen Geld. Oft bleibt Safa den ganzen Tag im Camp - die Menschen wollen sich ihr anvertrauen und über das Trauma des Krieges sprechen.Kinder als Opfer des Krieges
Auch der neunjährige Abdullah lebt seit einiger Zeit mit seiner Familie im Camp. Ursprünglich kommt er aus der Stadt Hama - doch auch sein Haus wurde von Regime-Truppen zerbombt. Viele der Flüchtlingskinder leiden unter Traumata, haben Schlafstörungen und Angstzustände. Erinnerungen an bessere Zeiten
Aber es sind nicht nur düstere Eindrücke, die die Kinder in ihren Bildern wiedergeben. Einige von ihnen erinnern sich auch an die Zeit vor Ausbruch des Bürgerkrieges, als in Syrien noch Frieden herrschte.
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