Revolutionsgraffitis in Ägypten
Die Januar-Revolution und der Sturz des Mubarak-Regimes haben unübersehbar ihre Spuren auf zahllosen Fassaden der ägyptischen Metropolen hinterlassen. Die provokanten Botschaften der Graffitikünstler und Aktivisten sind fast ausschließlich politischer Natur und thematisieren Unterdrückung, Gewalt und Polizeiwillkür im Land.
"Die Troika" - Restauration der alten Mächte
Drei Gesichter für die Restauration der alten Mächte in Ägypten: Präsident Mursi hinter dem doppelten Gesicht Mubaraks und Tantawis; Foto: ReutersDie Revolution wird nie sterben
"Die Revolution ist eine Idee, die nicht sterben kann" ist auf einer Wand in der Innenstadt von Kairo zu lesen. Vielen jungen Menschen spricht dies heute noch aus der Seele, da ihre politischen Ideale aus ihrer Sicht noch immer nicht zum Zuge gekommen sind.Intifada der Frauen
Neues Selbstverständnis und Kampfeswille: "Aufstand der Frauen in der arabischen Welt" steht auf diesem Graffiti in der Kairoer Innenstadt
Foto: Nael EltoukhyGestorbene "Helden der Revolution"
Revolution und Märtyrerkult: Alaa Abd al-Hadi wurde bei einer Straßenschlacht vor dem Kabinettsgebäude am 16. Dezember 2011 getötet. Bis heute warten seine Angehörigen auf eine Untersuchung des Falls.
Schreckgespenst Muslimbruderschaft
Schreckgespenst Muslimbruderschaft: Das aus linken, liberalen und nationalistischen Kräften bestehende Bündnis wirft Präsident Mohammed Mursi vor, die Macht im Staat zu ursurpieren und eine neue Diktatur im religiösen Gewand zu etablieren.
Foto: Reuters/Amr Abdallah DalshStrategien gegen sexuelle Belästigung
Nein zu Sexismus, Patriarchat und Gewalt gegen Frauen - Wandmalerei in Kairo
Foto: Nael Eltoukhy/DWFreiheit für politische Gefangene
"Freilassung der Inhaftierten oder Chaos!" - Mit dieser Aufforderung wollen die Tahrir-Revolutionäre auf die Situation politischer Gefangener in Ägypten aufmerksam machen. Rund 5.000 Aktivisten wurden wegen ihrer Beteiligung am Volksaufstand gegen Mubarak inhaftiert. Zwar erließ Präsident Mursi eine Generalamnestie im Jahr 2012, es befinden sich aber noch immer viele Dissidenten in Haft.
Foto: Fabian SchmidmeierDiabolische Polizeikräfte und das ''Blue Bra Girl''
"We will not forget!" - Graffiti gegen Frauengewalt und brutale Polizeigewalt. In Ägypten hat sich der Übergriff von Sicherheitsleuten auf die "Frau mit dem blauen BH" tief in das Gedächtnis der Zivilbevölkerung eingebrannt: Am 17. Dezember 2011 wurde eine verschleierte Frau in Kairo bis auf den BH entblößt und von der Sicherheitskräften mit Schlägen traktiert.
Foto: Nael Eltoukhy/DWBrot, Freiheit und Gerechtigkeit
"Brot, Freiheit und Gerechtigkeit" war gleich zu Beginn des Aufstands gegen die Mubarak-Diktatur eine zentrale Losung und Forderung der Demokratieaktivisten.
Foto: Fabian SchmidmeierIkone des Widerstands gegen Mubarak
"Ikone des Widerstands": Khalid Muhammad Said war ein junger ägyptischer Blogger, der im Jahr 2010 von ägyptischen Polizisten aus Alexandria aus politischen Motiven ermordet wurde. Sein Konterfei ziert heute zahlreiche Wände. Der junge Oppositionelle diente und dient als Ikone für die liberale Revolutionsjugend und die Bloggerszene. Foto: Fabian SchmidmeierAuge um Auge
Ahmed Harara ist ein Arzt, der während de Revolution am 28. Januar 2011 gegen Mubarak demonstrierte. Die Sicherheitskräfte schossen ihm in das rechte Auge, das nicht mehr gerettet werden konnte. Als ihn bei einer Demonstration am 9. November 2011 Polizisten wiedererkannten, schossen sie ihm gezielt in sein linkes Auge.
Foto: Fabian SchmidmeierLautstark gegen den Pharao
Parolen gegen Diktaoren: Die sogenannten "Ultras" des Fußballclubs Al-Ahly zeigten sich während des Volksaufstands solidarisch mit den Gegnern Mubaraks, als sie mit Steinen und Barrikaden die Demonstranten vor Mubaraks Schläger-Trupps schützten.
Foto: DWGewalt gegen die "Ultras"
Die Ultras des Fußballclubs Al-Ahly (UA-07) scheuten schon im Jahr 2011 am Tahrir-Platz die Auseinandersetzung mit den Schergen Mubaraks nicht. Am 1. Februar 2012 kam es zu einer späten Rache des Regimes. Fans des - auch ideologischen – Kontrahenten Al-Masry stürmten den Block der Kairoer, es starben 74 Menschen. Die Polizei schritt nicht ein. Auf dieser Wand sind die Namen der Toten zu lesen. Darüber steht der Koranvers "Und betrachte diejenigen, die auf Allahs Weg gefallen sind, nicht als tot. Nein, sie leben bei ihrem Herrn, und sie werden dort versorgt."(Al-Imran 3:169)
Foto: Fabian SchmidmeierÄgyptens Präsident hinter Gittern
Viele liberale und säkulare Oppositionelle und Kritiker der Muslimbruderschaft befürchten, dass sich nach dem Verfassungsreferendum der demokratische Spielraum verringern könnte, Grundrechte beschnitten werden und Präsident Mursi einen neuen autoritären Staat unter islamischem Vorzeichen errichten wird.
Foto: ReutersWiderstand ungebrochen
"Qawim!", "Resist!" - Trotz der brutalen Vorgehensweise der Sicherheitskräfte während des Volksaufstandes gegen Mubarak ließen sich die Ägypter nicht davon abbringen, dennoch auf die Straße zu gehen und Widerstand gegen das Regime zu leisten.
Foto: Fabian SchmidmeierFreiheit für Syko!
"Freiheit für Syko" steht auf diesem Graffiti in der Innenstadt von Kairo. Der junge Sprayer und Aktivist sitzt seit vielen Monaten in Haft. Foto: Fabian SchmidmeierMarionetten des Militärs
Die Armee als Strippenzieher der Politik hinter den Kulissen: Wandmalerei am zentralen Tahrir-Platz in Kairo
Foto: Reuters/Amr Abdallah Dalsh
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