Später waren sie immer dabei, als die besetzten Gebiete zurückerobert wurden. Sie kämpften bis nach Mossul hinauf und darüber hinaus bis Tel Afar. Manche ihrer Anhänger und Bewunderer betonen den Unterschied zwischen ihnen und den "Politikern" und "Armeegenerälen". Letztere täten nichts, als Geld in die eigene Tasche schaufeln und vor dem IS davonlaufen. Da und dort kursierte gar der Vorwurf, sie seien schuld daran, dass der IS überhaupt entstehen und sich ausbreiten konnte.

Die pro-iranische "Eroberungsallianz"

Welchen politischen Einfluss diese Milizenführer haben, ist unklar. Viele Beobachter messen ihnen jedoch eine erhebliche Bedeutung zu. Doch lange nicht alle Gruppierungen der "Volksmobilisierung" haben politischen Ehrgeiz entwickelt.

Viele sind dem Aufruf der hohen irakischen Geistlichen gefolgt. Diese fordern, die Politik solle den Politikern überlassen werden. Zu diesen Geistlichen gehört Ali al-Sistani, der wichtigste irakische Ayatollah.

Doch die pro-iranischen Milizen, die mehr auf Khamenei in Teheran als auf Sistani in Nadschaf hören, verfolgen politische Ziele. Sie haben sich unter der Führung von Hadi al-Ameri zu einer politischen Allianz zusammengeschlossen: der "Tahaluf al-Fatah", der Eroberungsallianz.

Zu ihr gehört einerseits die Badr-Organisation, die von Al-Ameri angeführt wird. Dabei sind auch mehrere pro-iranische Gruppen, wie "Asa'ib Ahl al-Haqq" und "Kata'ib al-Imam Ali", die bekannt für ihre fanatische Parteinahme für Iran sind.

Die "Bürger-Allianz"

Eine weitere Gruppierung, die bisher der gleichen Strömung angehörte, hat sich von der Eroberungsallianz getrennt. Es handelt sich um die Gruppe, die sich um Abdul-Aziz al-Hakim, einem Gelehrten, gebildet hatte. Sie nannte sich früher SCIRI ("Supreme Council of the Iraqi Revolution in Iran") und hatte im iranisch-irakischen Krieg von 1980 bis 1988 auf Seiten Irans gekämpft.

Abdul-Aziz al-Hakim starb 2009. Sein Sohn Ammar al-Hakim hat jetzt die Gruppierung von Iran getrennt. Er gab ihr den Namen "Nationale Weisheitsbewegung" und baute sich eine eigene Allianz auf: die "Bürger-Allianz".

Die Parteien im Irak sind meist klein. Oft bestehen sie nur aus den Anhängern einzelner einflussreicher Persönlichkeiten. Deshalb sind Allianzen entscheidend. Für die bevorstehenden Wahlen sind 238 Parteien eingeschrieben. Von ihnen haben sich 143 zu 27 unterschiedlichen Allianzen zusammengeschlossen und registriert. Diese Bündnisse stellen gemeinsame Kandidatenlisten auf. Gewählt wird in den 18 Provinzen des Landes. Jede Provinz bildet einen eigenen Wahlkreis.

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