Lesung von Amir Hassan Cheheltan: »Teheran, Stadt ohne Himmel«

06.09.2018 - 21:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele
Schaperstrasse 24
10719 Berlin

Im Zentrum der bisher nur in Deutschland unzensiert erschienenen »Teheran-Trilogie« Amir Hassan Cheheltans steht die ambivalente Figur Kerâmat, der Direktor von Evin, dem berüchtigten Gefängnis für politische Gefangene. Cheheltans Romane zeichnet aus, dass sie – statt sich gegen die Herrschaft der Mullahs zu wenden – die inneren Widersprüche eines Landes zeigen, »das sich aufgrund des Egoismus seiner Vollstrecker zwangsläufig aushöhlen muss« (FAZ).

Amir Hassan Cheheltan wurde 1956 in Teheran geboren. Bereits während seines Studiums der Elektrotechnik an der dortigen Universität machte er sich mit seinem zweiten Erzählband einen Namen als Schriftsteller. Wenige Monate später, nach der Islamischen Revolution, ging er zum Abschluss seines Studiums nach Großbritannien. Während des Iran-Irak-Kriegs, in den er nach seiner Rückkehr einberufen worden war, verfasste er seinen ersten Roman, »Rouse-ye Qāsem« (dt. »Die Klage um Qassem«, 1983/2002). Das Buch durfte erst 19 Jahre später erscheinen. Ein Stipendium des internationalen Schriftstellerparlaments ermöglichte ihm 1999 die Flucht vor einer Welle der Gewalt gegen Intellektuelle im Iran.

Cheheltan veröffentlichte bislang neben einem Drehbuch zahlreiche Romane und Erzählbände, die in beständiger Auseinandersetzung mit den Zensurbehörden verschiedene Verbote und Neuerscheinungen erlebten.