Fakt ist, dass das politisch paradoxe Bündnis militärischen Erfolg hat. Dorf um Dorf, Stadt um Stadt drängen die Alliierten seit 2015 den "Islamischen Staat" zurück. Die Arbeitsteilung ist klar: die Amerikaner bombardieren aus der Luft, die PKK-Kämpfer, die sich in Nordsyrien offiziell "Volksverteidigungskräfte" (YPG) nennen, machen die Drecksarbeit am Boden, unterstützt von einigen "Special Forces". "Für uns läuft es gut", betont General Thomas während der Podiumsdiskussion in Colorado. "Die haben Tausende Gefallene. Wir haben nur zwei Soldaten verloren."

Im vergangenen Mai verkündete das Pentagon, die Verbündeten der "SDF" mit Schusswaffen, Granatwerfern und gepanzerten Fahrzeugen zu beliefern. "Ich denke, das war die richtige Entscheidung", sagt Oberst Ryan Dillon, der Sprecher der US-Armee im Nahen Osten, im Interview mit dem ARD-Politikmagazin "Panorama". "Die SDF hat sich als einzige Kraft erwiesen, die die Fähigkeit hat, den 'Islamischen Staat' effektiv zu bekämpfen und zu besiegen."

Oberst Ryan Dillon, Sprecher der US-Armee im Nahen Osten; Foto: AP
Oberst Ryan Dillon, Sprecher der US-Armee im Nahen Osten: "Die SDF hat sich als einzige Kraft erwiesen, die die Fähigkeit hat, den 'Islamischen Staat' effektiv zu bekämpfen und zu besiegen."

Vor Kurzem sind die kurdischen Milizionäre in der ehemaligen IS-Hauptstadt Rakka am Euphrat eingezogen. Wem ihre politische Loyalität gilt, machten sie sofort deutlich. Auf dem zentralen Platz der Stadt entrollten sie ein Riesenposter mit dem Bildnis von PKK-Chef Abdullah Öcalan, der seit 18 Jahren in einem türkischen Gefängnis sitzt.

"Politische Hintergründe verblassen auf dem Schlachtfeld"

Wie natürlich es für die US-Armee sei, mit einer marxistischen Kaderorganisation zusammenzuarbeiten, wollen wir von Oberst Dillon wissen. "Uns Soldaten interessiert, dass unsere Partner fähig zum Kampf sind", antwortet der amerikanische Offizier. "Die politischen Hintergründe verblassen auf dem Schlachtfeld."

Aus der Realität lassen sich die politischen Hintergründe und ihre Fallstricke allerdings nicht hinwegdiskutieren. Denn klar ist, dass das Bündnis beide Seiten vor Probleme stellt. "Öcalan ist keine respektable Persönlichkeit", twitterte die US-Botschaft in Ankara Ende Oktober in türkischer Sprache. Dass diese Botschaft den türkischen Staatschef Erdoğan besänftigt, darf bezweifelt werden.

Die Redaktion empfiehlt
Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu kürzen oder nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.
To prevent automated spam submissions leave this field empty.