Kader Abdolah und seine Erfahrungen mit den Veränderungen der Sprache im Exil

13.09.2018 - 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele
Schaperstrasse 24
10719 Berlin

Nachdem er sich der linken Untergrundbewegung im Iran angeschlossen und für eine illegale Zeitschrift geschrieben hatte, musste Abdolah 1985 aus seinem Land emigrieren. Auf dem ilb 2011 stellt er einen Text vor, der seine Emigrationserfahrung und die damit verbundenen Veränderungen seiner Ausdrucksweise reflektiert.

Kader Abdolah, eigentlich Hossein Sadjadi Ghaemmaghami Farahani, wurde 1954 im iranischen Arak geboren. Früh träumte er davon, wie sein Ururgroßvater ein bekannter Schriftsteller zu werden, heimlich las er Literatur aus westlichen Ländern. Während seines Physikstudiums in Teheran schloss er sich der linken studentischen Untergrundbewegung an, die zunächst gegen die autoritäre Herrschaft des Schahs kämpfte und später gegen das fundamentalistische Regime des Ayatollah Khomeini. Klandestin veröffentlichte Abdolah zwei Romane, bevor er 1985 aus dem Iran flüchtete. Sein Pseudonym ist der Name eines ermordeten Freundes. Nach einem Aufenthalt in der Türkei erhielt er 1988 politisches Asyl in den Niederlanden und begann dort ein neues Leben. Fünf Jahre später erschien sein erstes auf Niederländisch geschriebenes Buch, der Erzählband »De adelaars« (Ü: Die Adler), für den er den Literaturpreis Het Gouden Ezelsoor für das meistverkaufte Debüt des Jahres erhielt.