Nur vier Minarette gibt es in der Schweiz – und doch wurde landesweit über ein Minarettverbot debattiert. Einige Hundert Burka-Trägerinnen gibt es in Deutschland – und doch diskutieren wir bundesweit über ein Burka-Verbot. Der Ausländeranteil liegt in Dresden bei 2,2 Prozent – und doch demonstrieren 10.000 Menschen gegen die Islamisierung des Abendlandes. Woher kommt die Angst vor einer Bedrohung, die real nicht existiert?

Die Geschichte zeigt, dass die Verbindung gesellschaftlicher Probleme mit der angeblichen Bedrohung durch eine religiöse Minderheit ein häufig angewendetes Konstrukt ist. Angeheizt durch politische Rhetorik, ist sie in erster Linie ein Produkt von Ignoranz und Phantasie, wie die Philosophin Martha Nussbaum es beschreibt. Doch Angst hat eine biologische Funktion, ohne Angst wären wir alle schon tot.

Einen besonderen Überlebensvorteil hat derjenige, der sich auch auf das Auftauchen eines plötzlichen Angreifers vorbereitet. Die Angst davor, es könne jemand aus dem Hinterhalt auftauchen, ist also sinnvoll. Das Wissen über eine mögliche Gefahr vermittelt zudem ein Gefühl der Überlegenheit: Während alle anderen die böse Kraft, die ihr wahres Gesicht verhüllt hat, nicht durchschauen, kann derjenige, der frühzeitig Gefahren erkennt, am Ende zum Retter der Gemeinschaft werden. Das schmeichelt dem Ego – und führt derzeit zu irrationalen Reaktionen. Angst ist eines der Gefühle, das zu dem primitivsten gehört, Angst braucht kein entwickeltes Denken, Angst verdrängt rationale Einsichten.

Stellen Sie sich vor, eine Gruppe A wird immer wieder als rückständig, gewaltaffin und frauenverachtend dargestellt. In der Realität lassen sich aber kaum sichtbare Unterschiede zwischen der Gruppe A und einer Gruppe B erkennen. Wie also lässt sich die kognitive Dissonanz zwischen Realität und Konstruktion überwinden? Indem man der Gruppe A unterstellt, sie agiere im Verborgenen, aus dem Hinterhalt. Es wird folglich gewarnt vor einer schleichenden Islamisierung Deutschlands – so wie Ende des 19. Jahrhunderts vor der römisch-katholischen Einwanderung in die Vereinigten Staaten gewarnt wurde.

Angst-Rhetorik damals wie heute

Die Angst-Rhetorik ist damals wie heute die gleiche geblieben: Katholiken galten als tiefe Bedrohung für die Demokratie, Gleichheit und säkulare Werte. Feministinnen, die für das Frauenwahlrecht gekämpft hatten, befürchteten, die katholische Einwanderung behindere den Kampf um die Gleichstellung der Frau. Die katholische Frau galt als unterdrückt, die Haube der Nonne als Beleg für religiösen Extremismus, der Frauen unterwerfe. Die hohe Geburtenrate der katholischen Frau, die eine Geburtenkontrolle ablehnte, würde sehr bald zu einer katholischen Mehrheit führen, die ihre streng-religiösen Vorstellungen durchsetzen würde.

Pegida-Demonstranten in Düsseldorf; Foto: picture-alliance/dpa/Caroline Seidel
Angst-Rhetorik und Hetze als Programm: "Die Ängste, die die Pegida-Bewegung schürt, sind also nicht neu. Sie bedient sich der Argumentation der Eurabien-Aktivisten, die seit Jahren davor warnen, die Fruchtbarkeit der muslimischen Frau werde Europa aushöhlen und zu einer muslimischen Mehrheit führen, die die Scharia einführen werde", schreibt Khola Maryam Hübsch.

Terroranschläge sowie der Aufstieg des Faschismus im katholischen Teil Europas schienen dies zu belegen. Katholiken würden, sobald sie an der Macht waren, ein radikal göttliches Gesetz einführen und die Vereinigten Staaten zu einer „katholischen Republik“ machen. Kurzum, die katholische Einwanderung galt als ernste Bedrohung für den Liberalismus.

Die Ängste, die die Pegida-Bewegung schürt, sind also nicht neu. Sie bedient sich der Argumentation der Eurabien-Aktivisten, die seit Jahren davor warnen, die Fruchtbarkeit der muslimischen Frau werde Europa aushöhlen und zu einer muslimischen Mehrheit führen, die die Scharia einführen werde.

Die Fakten sagen: Die Geburtenrate sinkt weltweit mit zunehmender Verstädterung und höherem Bildungsniveau und führt auch in Europa dazu, dass sie bei muslimischen Einwanderern innerhalb kürzester Zeit drastisch sinkt. Studien zeigen, dass die muslimische Bevölkerung bei gegenwärtigen Einwandererzahlen und Trends bei den Geburtenraten auch in den nächsten Jahrzehnten unter 10 Prozent der Gesamtbevölkerung der EU ausmachen wird. Derzeit sind weniger als 15 Prozent der Einwanderer in Deutschland Muslime. Und doch scheint die eigene Identität in Frage gestellt, wenn Muslime ihre Religion sichtbar machen.

Diffuser Angstreflex

Warum diskutieren wir immer wieder über ein Burka-Verbot? Eines der zentralen Argumente der Burka-Gegner lautet, die Gesichtsverschleierung stehe für die Unterdrückung der Frau und degradiere sie zum Objekt. Doch woher wissen sie das so genau? Ich kenne viele Frauen, die ihr Gesicht verschleiern und weiß, dass sie größtenteils ein normales, selbstbestimmtes Leben führen.

Lässt sich Unterdrückung an einem Kleidungsstück ablesen? Die Weltgesundheitsorganisation spricht von einem "epidemischen Ausmaß" der Gewalt gegen Frauen weltweit, auch in Europa berichtet jede dritte Frau von Erfahrungen mit sexueller oder körperlicher Gewalt – ohne Burka.

Burkaträgerinnen in Zürich; Foto: imago/Geisser
"Warum diskutieren wir immer wieder über ein Burka-Verbot? Eines der zentralen Argumente der Burka-Gegner lautet, die Gesichtsverschleierung stehe für die Unterdrückung der Frau und degradiere sie zum Objekt. Doch woher wissen sie das so genau?"

Studien über Burka-Trägerinnen gibt es keine. Und selbst wenn ein Zusammenhang von Burka und Unterdrückung statistisch belegt wäre, müsste man dann konsequenterweise nicht auch Alkohol verbieten? Seit langem ist der enge Zusammenhang von Alkoholkonsum und Nötigung sowie Gewalt gegen Frauen bekannt. Eine weitere eklatante Inkonsequenz in dieser Argumentation liegt darin, dass unsere gesamte Gesellschaft durchzogen ist von Postulaten, die Frauen zum Objekt degradieren. "Sexmagazine, Pornografie, enge Jeans, enthüllende Kleidung – all das behandelt Frauen als Objekte und ist in der Medienkultur weit verbreitet", wie Martha Nussbaum zu Recht einwendet.

Es scheint die Beobachtung Sigmund Freuds zuzutreffen, dass das Unheimliche, das uns Angst macht, das verdrängte Eigene ist. Gerade über die Geschlechterordnung offenbart sich das Unbewusste einer Kultur. Vor wenigen Jahren waren es nahezu identische Argumente, die zu einem Verbot des Kopftuches für Lehrerinnen geführt haben. Das Kopftuch wurde als eindeutiges Symbol der Unterdrückung encodiert, obwohl empirische Daten zeigen, dass über 90 Prozent der Trägerinnen in Deutschland es aus religiösen Gründen anlegen. Der unterstellte Zusammenhang zwischen Verhüllung und Unterdrückung entlarvt mitunter, dass eine entlastende Projektion des eigenen "Defekts" auf die muslimische Frau vorgenommen wird.

Denn im Christentum wird die Verschleierung in den Korintherbriefen tatsächlich als ein Zeichen für die Unterordnung der Frau beschrieben, wohingegen sich eine solche Erklärung der Verhüllung im Koran nicht findet. Die muslimische Frau dient dann auch als Negativfolie, über die man sich selbstidealisierend seiner eigenen Fortschrittlichkeit versichert und die fehlende Geschlechtergerechtigkeit im eigenen Land ausblenden kann.

Imaginierte Bedrohung durch das Fremde

Die Konzentration auf eine vollständig imaginierte Bedrohung durch das Fremde führt letztlich dazu, dass wirklich wichtige Themen nicht verhandelt werden. Was schwerer wiegt: In Zeiten notwendiger Immigration sollte es ein wichtiges Ziel sein, den gesellschaftlichen Zusammenhang zu stärken. Der entsteht jedoch nicht durch eine misstrauische Verbotskultur.

Wir müssen erkennen, dass unsere religionspolitische Ordnung sich angesichts der Pluralisierung unseres Landes verändern muss und die in den Grundrechten manifestierten Gerechtigkeitsprinzipien das Fundament darstellen. In einer solchen politischen Gemeinschaft kann es nicht darum gehen, die Vorstellungen der Mehrheit mit Verboten und Demonstrationen durchzusetzen. Es muss darum gehen, Minderheiten als Gleiche zu respektieren und sie zugleich verschieden sein zu lassen. Dann erst werden sie zu einem selbstverständlichen Teil der Gesellschaft, der sich nicht mehr zum Schüren irrationaler Ängste eignet.

Khola Maryam Hübsch

© Qantara.de 2014

Khola Maryam Hübsch, Jg. 1980, lebt als Journalistin und Autorin in Frankfurt am Main. Zuletzt veröffentlichte sie: "Unter dem Schleier die Freiheit – Was der Islam zu einem wirklich emanzipierten Frauenbild beitragen kann" (Patmos, 2014).

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Leserkommentare zum Artikel: Wenn sich die Angst einschleicht

Wieso gibt es eigentlich heutzutage immer noch so viele Menschen, die zwischen Wir/ Ich und den Anderen unterscheiden und in Klassen aufteilen?
@Frau Wecker: Ich habe die letzten 4 Jahre in Ägypten gelebt und war davor viele Jahre in Syrien, Libanon und Marokko unterwegs. In Ägypten habe ich als Grundschullehrerin und Erzieherin gearbeitet. Dort gibt es islamischen UND christlichen Religionsunterricht für die Schüler. In der Stadt gibt es viele Kirchen und man hört sogar die Kirchenglocken läuten.
In Syrien leben viele Christen. Auch dort gibt es christlichen Religionsunterricht und einige Kirchen.
Im Libanon ist es noch offener. In Beirut hatte ich das Gefühl, ich laufe durch eine europäische Großstadt (was den Kleidungsstil der jungen Leute betrifft).

Ich möchte nicht alles schön reden. Aber man sollte nicht pauschalisieren, wenn man keine Ahnung hat. Wobei sie ja anscheinend etwas Arabisch können.
(Übrigens war ich als alleinreisende Frau unterwegs (sowohl mit, als auch ohne Kopftuch) und ich hatte nie diskriminierende Erlebnisse (bis auf die üblichen Anmachen, die Frau auch hier in Europa erlebt). Dagegen wurde ich hier im sicheren Deutschland schon 2x in der Dämmerung angegriffen, so dass ich lange nur in Begleitung oder mit der Schlüsselspitze in der Faust abends aus dem Haus ging)

Wir im achso modernen Westen sollten mal lieber aufhören, uns über "die Anderen" zu echauffieren und zu diskutieren. Vielleicht wäre ein gemeinsamer Dialog angebrachter, wenn man es schon nicht schafft, "die Anderen" so sein zu lassen, wie sie eben sind und uns bewusst zu sein, dass "wir" in den Augen "der Anderen" genauso "anders" sind.

Neulich beim Einkaufen habe ich eine Szene beobachtet: Ein älterer Herr hat einen offensichtlich ausländischen jüngeren Mann etwa ruppig zur Seite gedrängt und wohl irgendetwas gesagt, das den jüngeren Mann aufbrachte. Daraufhin fing dieser an, ebenfalls Beschimpfungen auf den älteren Mann vor sich hin zu brabbeln und sich langsam selbst in Rage zu reden.....ich hörte mir dies kurz an und dann sprach ich ihn an. Ich sagte ihm, er solle damit aufhören. Er erwiderte: "ja aber...und machte weiter mit seinen Beschimpfungen. Ich wiederholte nur, er solle damit aufhören. Er: "Warum?" Ich: "Weil Sie damit genau das gleiche machen, wie er auch". Er war irritiert und kurz verwirrt, aber ich konnte das Klicken in seinem Kopf fast sehen. Er schaute mich nochmals kurz an, blickte dann auf den Boden und führte seinen Einkauf ruhig fort.
Der ältere Herr war schon lange außer Hörweite, aber ich möchte mir nicht vorstellen, was hätte sein können, wenn beide im gleichen Alter gewesen wären und einander gehört hätten.....

Vielleicht sollten wir alle einfach mal öfter innehalten und überlegen, ob manche Tat oder manches Wort wirklich nötig ist, oder ob nicht ein Lächeln manchmal mehr hilft (auch wenn es nciht immer einfach ist, einfach zu lächeln, wenn man sich angegriffen fühlt).

Übrigens bin ich eine Frau und trage Kopftuch. Der junge Mann im Einkaufsladen hatte kein Problem damit, sich von mir "zurechtweisen" zu lassen.

Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Abend und ein paar ruhige geruhsame Tage im Kreise der Familie und Freunde.

S.Sturkopf19.12.2014 | 21:57 Uhr

Ganz besonderer Dank für folgende Sätze:
"In einer solchen politischen Gemeinschaft kann es nicht darum gehen, die Vorstellungen der Mehrheit mit Verboten und Demonstrationen durchzusetzen. Es muss darum gehen, Minderheiten als Gleiche zu respektieren und sie zugleich verschieden sein zu lassen."
Eigentlich ist das das Kernstück einer säkularen Demokratie. Wenn man das Grundgesetz liest, meint man, es handele gerade davon: Minderheitenschutz. Minderheit als Minderheit natürlich, nicht als der Mehrheit anzupassende knetbare Substanz. Offensichtlich war es dringend notwendig daran zu erinnern - wie auch manche Kommentare hier beweisen.

Hanya Dikaton19.12.2014 | 23:00 Uhr

@Ingrid: Thanks for your reply. I agree with you that in many Muslim countries there is a problem of intolerance, other religions are just barely tolerated and Christians and Jews are not allowed to preach their religion, where as in the West Muslims can do preach Islam. The culture of intolerance against a different opinion also takes its toll on the Muslims themselves, for example in Sunni dominated countries Shias face discrimination and in Shia dominated Syria, Iran and Iraq Sunnis face persecution, so only religious minorities are not a victim of this mindset. I also agree that atheists are not tolerated and bigotry against them is rife in Pakistan, Arab world etc. For this and for many other social problems I blame the Muslim mindset and our inferiority complex, we have become very closed minded and fear many things which come from the West and this has to do with the history of subjugation and colonization of Muslim lands in the past by few Western nations. I am not blaming the West for colonization as Muslims have done this as well in past. Christianity and Atheism are seen as tools of West to undermine Islamic values. As far as moderate people and schoalrs are concerned Christians and Jews should be allowed to preach their Bible or Torah, atheistic views can be tolerated and one's views must not cost him or her his job or social standing. However there are some limits as well which will always be in place like no insult of Islam or prophet Muhammad can be tolerated as this will undermine the existence of the whole Islamic community, we are and never will be like Christians of the West who have destroyed Christianity themselves, a person can be and atheist but to build an atheistic temple and to preach immoral atheism is a bit too much as I don't see ever happening in Muslim societies. At the same time sexual immorality can not not be preached as a good thing. There are and always will be differences in Islamic and Western understanding and Muslims will never adopt everything from the West. Different Religions must be tolerated and allowed to flourish in Muslim countries, change of religion must not be punished by humans in this world, women must be allowed to work or make independent decisions. Islam has no problem with this. Problem is the lack of confidence in Muslim societies, lack of education (Muslim countries are not much educated and even educated people don't get proper education, it's a long debate in itself) and a perceived or real threat from the Western ideas, many of which are good and have to be emulated and adapted by the Muslims and some of which are bad and must be rejected (like atheism, lack of spirituality, sexual immorality or what you like to call sexual freedom, nudity or scant clothings for woman or men, too much materialism and breakdown of marriages and families). A normal Muslim will always praise Western countries for it's achievements but will rejected it's failures. Religious freedom has to be given to the minorities in Muslim lands, they have to be respected like equal people just like Muslims get treated equally in West. Many of the bad things which you see in today's world are not due to Islam itself but due to backward cultural practices (like in the case of Saudi Arabia and Iran where women and minorities are suppressed) justified by the name of Islam to get legitimacy from uneducated or semi educated masses. Muslim reaction to modernity was very wrong in the last two and a half centuries and many of us are still living in the past when the world was completely different, when Western world was not democratic and not much tolerant of its ethnic or religious minorities. Times have changed now but many Muslims do not realize this. Just like Western world (which made a lot of mistakes and learned from it to get to a better position) Muslim world is making its own mistakes, unfortunately we are not learning from it as of now but hopefully in coming decades or centuries we will change, there is no other option for us.

Hassan22.12.2014 | 09:08 Uhr

People like you will always try to paint Islam and Muslims a danger. You take a quote of a radical Islamist or preacher and try to portray it as a normal or regular Islamic teaching when in fact it will not be so. You have anti Muslim racist agendas to fulfil so its always difficult to have a rational dialogue with people like you. Anyone who supports PEGIDA, movement led by few rightwing neo nazis and people with past criminal records, is playing in the hands of right wing. That is exactly how the German society started to turn against Jews before WW II, middle and upper class supported the persecution of Jews, intelligentsia supported racist policies by writing books and articles against Jews and tried to rationalize evil deeds of nazis, in today's Europe I see the same dynamics employed against Muslims, everyday a section of German and European Media regularly demonize Islam and de-humanize Muslims, it's their career, this makes money for them. I can quote thousands of racist or bad things which some Westerners regularly say about other people, but will that opinion be representative of all people in EU or USA? As for your example of that Star Wars toy, since you have an upper hand and in today's world whites don't get much discriminated due to their religion or due to their skin colour so it might be the case that you do not feel for few things which other groups feel bad about or which they think is biased against them. Give your suggestion of not protesting for the things which Muslims find racist or offensive to the minority blacks of Netherlands who are protesting against the Black Pete tradition of Netherlands, tell them and the Muslims to not to protest against the racist and demonizing traditions and social constructs of the Whites which were constructed in the Past and are still being employed against them. Who are you to tell other groups to not to take offence about things which is demonizing them and which portrays them in bad light and which they find offensive? You are no one.

Hassan22.12.2014 | 09:45 Uhr

nicht @Hassan, sondern an vernünftige Mitleser

Als ich las:
"You take a quote of a radical Islamist or preacher and try to portray it as a normal or regular Islamic teaching when in fact it will not be so."
mußte ich erst nachsehen, wo ich das vielleicht gemacht habe. Ich finde es nicht. Zwar erwähnte ich einen Vorfall von 2007 am Rande, kommentierte ihn aber deeskalierend "vor dieser Ansicht muss man sich auch nicht fürchten."

Worum ging es damals? Die WELT schrieb am 15.4.2007:
"Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde hat umstrittene Äußerungen einer Studentin über den Zusammenhang von Schweinefleisch-Verzehr und Homosexualität verteidigt. 'Die Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) stimmt den Ausführungen der Verfasserin des Artikels im Allgemeinen zu', teilte die Organisation auf ihrer Website mit. Experten hätten wiederholt auf die negativen Auswirkungen des Verzehrs von Schweinefleisch auf die menschliche Gesundheit hingewiesen, 'so wie sie in dem Artikel angedeutet werden'.

Die Gemeindeführung in Frankfurt am Main bezieht sich dabei auf die auch von der Autorin zur Rechtfertigung ihrer Äußerungen zitierten Aussagen eines früheren Gemeinde-Oberhaupts, Hazrat Mirza Tahir Ahmad. Dieser habe in Sitzungen auf Fragen ähnliche Antworten gegeben, 'wonach die gegenwärtige Steigerung zum Hang zur Homosexualität mit dem Verzehr von Schweinefleisch in Verbindung stehen könnte'."

Darin sehe ich natürlich keinen Grund, Angst vor diesen Leuten oder Theorien zu haben, den würde ich erst sehen, wenn deshalb Forderungen erhoben würden. Solange nur die Glaubensbrüder und -schwestern gewarnt werden und keine Gerichtsbarkeit die Einhaltung erzwingen und Nichteinhaltung bestrafen kann, ist das nicht weiter schlimm.

"its always difficult to have a rational dialogue with people like you."
Das bestreite ich entschieden. Gleich wird klar, warum.

"Anyone who supports PEGIDA,"
Das habe ich aber nicht gemacht, sondern die Dresdener eher als undurchschaubar beschrieben: Bei einer Antisalafistendemo der Jüdischen Gemeinde kommen nur 150, wenig später aber 15000 zu PEgdIdA, aber die Interviewten sprechen auch von Maut und Lügenpresse. Das habe ich als "allgemeine Politikverdrossenheit" bezeichnet.

Zu schreiben
"movement led by few rightwing neo nazis and people with past criminal records, is playing in the hands of right wing."

ist genau die mir unterstellte Methode:
"to portray [a quote of a radical Islamist or preacher] as a normal or regular Islamic teaching when in fact it will not be so."

Keine Ahnung vom Dritten Reich hat, wer darin
"exactly how the German society started to turn against Jews before WW II"
sieht. Da lohnt sich die Diskussion eigentlich nicht. Für vernünftige LeserInnen füge ich aber noch etwas an.

Zum erwähnten Lego-Star-Wars-Bausatz lese ich:
"whites don't get much discriminated due to their religion or due to their skin colour"
Religion kann man wechseln, Hautfarbe nicht (oder kaum). Deshalb darf man m.E. auch VertreterInnen einer Religion kritisieren, TrägerInnen einer Hautfarbe nicht.

"Give your suggestion of not protesting for the things which Muslims find racist or offensive to the minority blacks of Netherlands who are protesting against the Black Pete tradition of Netherlands"
Nein, einen Ratschlag, nicht gegen den Bausatz zu protestieren, habe ich nicht gegeben. Wer den Lego-Bausatz kennt und die angeblich verunglimpfte Hagia Sophia, sieht die Unterschiede. Außerdem ist das Istanbuler Bauwerk keine Moschee mehr, sondern ein Museum und ist außerdem als christliche Kirche erbaut worden. Selbst wenn es Ähnlichkeiten gebe, könnte sich eher die Ostkirche beleidigt fühlen.

Ich erwähnte den Fall nicht, um jemandem Ratschläge zu geben, sondern um einerseits zu erklären, was schon als Islamisierung gefühlt werden kann, woher es also kommen kann, dass sich die Angst einschleicht, andererseits, weil ich darin ein Beispiel sehe, dass eine Minderheit ihre Vorstellungen mit Verboten durchsetzen will, während Frau Hübsch - von mir darin unterstützt - wünscht, dass die Mehrheit ihre Vorstellungen nicht mit Verboten und Demonstrationen durchsetzt (wenn Mehrheit und Minderheit auch nebeneinander zusammenleben können, ohne dass man was verbietet).

Hassan fragt:
"Who are you to tell other groups to not to take offence about things which is demonizing them and which portrays them in bad light and which they find offensive? You are no one."
Ich benutze meinen echten Namen und mache Gebrauch vom Recht auf freie Meinungsäußerung. Und zwar zum Thema "Wenn sich die Angst einschleicht", nicht zum Thema "Zwarte Piet". Offenbar ist das für manche schon zu viel Freiheit. Hassan und die rechtesten Teilnehmer der PEgdIdA-Demos sind sich ähnlicher als er meint.
Nichts dämonisiert den Islam mehr und porträtiert ihn in schlechterem Licht, als das Verhalten von Moslems. Es auf radikale Prediger abzuschieben ist wie das Gründen einer Bad Bank für die Schrottpapiere der "guten Banken".

Norbert Schnitzler24.12.2014 | 01:39 Uhr

This comment 'nicht @Hassan, sondern an vernünftige Mitleser' shows how arrogant you are, if some has called your bluff then he or she becomes and irrational person. Great man, you are a very 'rational' German, people like you represent the stupid pseudo-intellectual right wing part of German society who rationalize hatred of Islam from their biased and false notions. Keep demonizing your oponnents without any facts and cooked up stories or quotes. You don't want a dialogue with your critics, for you 'vernunftige leute' are the people who agree with you most of the time if not every time when it comes to your dislike of Islam.

Also as far I am concerend all Ahmadia people do not share this point about homos which you have given, even if they believe this then its their gemeinde which share this view and not many sects of Islam. Salafists can teach bad things about homos but it will not represent my views or views of many other Muslims. Homosexuality is a sin and forbidden by Islam, Christianity and Judaism but at least Islam does not teach persecution of homos explicitly, right wing Muslims can think whatever they want, it's not my problem. What ignorants like you ignore is that at least in Islam we do not have a concept of a central religious authority, many people understand and interpret Islam according to their own understanding, many times opinion held by one group or few people is rejected by other groups within Islam, this plurality of interpretations has always existed in Islam. Also if a mainstream Muslim makes this comment then it will be his or her view and not the the view of 1,6 billion Muslims of the world. I also don't buy this argument that Muslims are not a race so one can critisize them (unfairly in you case) for something they find racist and offensive to their community in general. This is the new trick of Muslim haters that Muslims and Islam are not a race so they can be insulted and demonized, again you are no one to tell Muslims that they must not feel offended by that LEGO and they should not be seek to forbid this so called toy, again you are no one and never will be the one to dictate your terms to the people who are being harrassed and abused all of the time by a section of German and Western press because of their religious affiliations, this witch hunt will be protested against stronlgy everytime. Your biased and 'pauschalisierte' picture of Muslims is evident when you write this 'Nichts dämonisiert den Islam mehr und porträtiert ihn in schlechterem Licht, als das Verhalten von Moslems.' Which group of Muslims are you talking about here? I would have agreed with you if you had said this about Salafists or Islamists which are minority among minority interpretations of Islam. Again, the crimes of your civilization (killing of hundreds of millions of people in the last few centuries including the 20th and 21st century uptil now and institutionalized racism against colored people like in Ferguson and other recent shootings in the year 2014) will always be a small crime for people like you, where as extremists groups of Muslims killing few hundred thousands (equally deprolable) will be a much bigger evil. Biased much? You have no moral superiority to judge other groups with an arrogant attitude which you have showed with your comment. The world is sick and tired of people like you who, due to their own insecurities, keep pointing fingers at other people. I am not like a right wing pegida follower but people like you might be 'salonfähig' Muslim haters.

Hassan25.12.2014 | 21:33 Uhr

Liebe Qantara-Redaktion! Ich muss Sie mal wieder an Ihre Kommentar-Bedungungen erinnern! Warum werden diese englischen Kommentare auf der deutschennSeite veroeffentlicht, noch dazu wo leicht ersichtlich ist, dass Kommentator Hassan offensichtlich sehr wohl Deutsch spricht...

Ingrid Wecker26.12.2014 | 11:25 Uhr

I am sorry, I really want to write German but my German writing skills are not good, I can speak and read German, although these skills are not perfect. So, I still have a long way to go and I am learning German. We can have our differences on politics and religions but I think German somehow united German speaking people no matter they are Muslims or non Muslims, ethnic Germans or non German population of Germany. I hope to speak and write this rich language properly some day. So that's why I am not commenting in German. Also English is fast becoming the 2nd biggest language of Germany so you will encounter more and more English in coming years, one should get used to it.

Hassan27.12.2014 | 11:22 Uhr

Nach meinem Kommentar vom 19.12., in dem ich Frau Hübsch in einem Punkt widersprach, ist darauf niemand eingegangen. Sie hatte unter "Angst-Rhetorik damals wie heute" die Angst vor dem Katholizismus erwähnt. Ich versuchte zu erläutern, dass der Katholizismus auch wirklich Anlass zu Befürchtungen gab. Darüber hat sich niemand aufgeregt, niemand versuchte es zu widerlegen, niemand meine Ansichten als rechts oder rassistisch zu diffamieren.

Offenbar ist heute sogar in katholischen Kreisen herrschende Meinung, dass damals keine gute Epoche der Kirche war und dass das 2. Vatikanische Konzil zu Recht mit ihr gebrochen hat, wie ich inzwischen nachgesehen habe, übrigens in der "declaratio de libertate religiosa" von 1965. Isensee, Böckenförde, von Loevenich und andere kirchennahe (!) Experten sprechen von "kopernikanischer Wende", "prinzipiell abgerückt" und "Kursänderung um 180°". Wenn wir das auch im Islam erleben, aber ohne Lehramt ist das sicher schwierig, wird das die Angst verringern. Vermutlich kann die Menschheit darauf noch ein Jahrhundert warten. Denn wenn wie kürzlich bei einem Blogger in Mauretanien Kritik an Mohammed zum Todesurteil führt, selbst wenn es nicht vollstreckt wird, bleibt die Angst.

Norbert Schnitzler02.01.2015 | 19:17 Uhr

Selam Frau Hübsch,
ich habe Ihren Artikel gelesen und finde ihn durchaus interessant. Allerdings möchte ich doch zu einem Aspekt einiges erwähnen, da ich den Eindruck habe, dass sie kein differenziertes Wahrnehmen hier haben. Sie generalisieren Frauen und greifen letzendlich Frauen an, die kein Kopftuch tragen und werfen der Gesellschaft vor aber auch Frauen vor, die sich zum Sexobjekt auf Grund von Werbung oder Magazinen machen etc. Ich finde, dass jede Fraue selber entscheiden muss ob sie Kopftuch trägt oder nicht. Schließlich geht es um Selbstbestimmung und Autonomie. Für die eine Frau kann das Kopftuch ein Symbol von Unterdrückung bedeuten und für die andere hingegen eine innerliche Freiheit. Das ist eine innerliche Entdeckung und Reise, die jede muslimische Frau selber feststellen soll. Dennoch finde ich es nicht gut, dass sie behaupten, dass die Frauen die sich präsentieren zum Sexobjekt machen und sich dadurch missbrauchen lassen. Die eine Frau empfindet es als Missbrauch und als Reduzierung ihrer Weiblichkeit auf Sexualität und die andere Frau empfindet genau dies als Freiheit....so wie Gott sie erschuf präsentiert sie sich ......auch in der Werbung....
Ich habe Sie auch in mehreren Talkshows gesehen und dabei festgestellt, dass Sie mit dieser Argumentation ihre Position rechtfertigen und diese leider mittlerweile sehr oft wiederholt haben. Merken Sie eigentlich nicht, dass Sie dadurch Frauen selber ein Stück weit ebenso verachten? Das ist keine Emanzipation der muslimischen Frau, in dem Sie anderen Frauen vorwerfen, dass sie sich missbrauchen lassen durch die Medien etc. um letztendlich sich selbst besser zu fühlen. Dies ist eine narzisstische Aufwertung der eigenen Person aber auch der Kopftuchträgerinnen. Frauen, die Kopftuch tragen sind nicht besser als andere Frauen, die sich gegen den Kopftuch entscheiden. Viele denken sogar oder behaupten sogar, dass Frauen die nach außen hin gläubig wirken auch die besseren Muslimen seien und werten sich selbst auf. Diesem stimme ich absolut nicht zu. SubhanAllah schaut auf Herzen. Davon bin ich alhamdoullilAllah überzeugt. Innerhalb der muslimischen Community gibt es genügend Schwierigkeiten auch unter Frauen, die zunächst gelöst werden sollten. Hier verachten sich Frauen gegenseitig und sind der Meinung, dass Frauen, die sich bedecken auch die besseren Muslime ja sogar die besseren Menschen seien und schließen sogar Frauen aus, die kein Kopftuch tragen. Hier wird nicht der Islam praktiziert sondern eine Strategie der systematischen Ausgrenzung von muslimischen Frauen, die sich gegen den Kopftuch entschieden haben. Ich werfe Ihnen das jetzt nicht vor, dass Sie das tun, sondern mein Appell geht dahin, dass das Frauenbild innerhalb der muslimischen Gesellschaft geändert werden muss. Ja, dies ist ein Prozess. Ich verteidige auch nicht die extreme Seite von Enthüllung ....wir müssen schauen, dass ein anderes Frauenbild entsteht und nicht zwei extreme Pole nach dem Motto: entweder ganz zu oder komplett auf....Der Islam spricht vom Mittelweg. Genau diesem sollten wir uns widmen.

Aisha06.02.2015 | 09:42 Uhr

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