Ilhaam El-Qasem, 06. Juli 2012

zu Schiitisch-sunnitischer Konflikt: Öl ins Feuer von Stefan Buchen

Seltsam, was für ein Bild hier entworfen wird - alle im Artikel genannten Akteure die nach Meinung des Verfassers Öl ins Feuer gießen sind also selbst muslimisch, entweder Shiiten oder Sunniten. Hat der Autor die letzten 10 - 30 Jahre unter einem Stein verbracht und keine Nachrichten gelesen? Nicht die Amman-Deklaration von 2005, die von hunderten shiitischen und sunnitischen Gelehrten unterzeichnet wurde mitbekommen? Wer heute einen Iraker fragt, wie das mit Sunniten und Shiiten vor der Invasion der Amerikaner aussah, der wird zur Antwort bekommen, das es keine Probleme gab, dass die Anhänger der verschiedenen Gemeinden auch Ehen miteinander geschlossen haben. In Syrien so zu tun als handele es sich um einen Stellvertreterkrieg zwischen Riad und Teheran ist derart verkürzt das mir dazu eigentlich gar nichts mehr einfallen will.
Kriegstreiber - und vor allem westliche Kriegstreiber - hatten immer schon ein großes Interesse daran, unterschiedliche Gruppen in ein und demselben Land gegeneinander aufzuhetzen - das gilt für Irak, Syrien und Libanon genau so wie für Ruwanda. Aber das wäre vielleicht zu differenziert gewesen, nicht wahr?

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