Helmut N. Gabel zu den Parlamentswahlen im Iran:"Der geächtete Gelehrte"

Das sind alles interessante und zutreffende Aspekte, die wir zu lesen bekommen. Eine Schicht tiefer gefragt: warum wurde er wirklich ausgeschlossen? Weil er zur Rafsandschani Fraktion gehört? Ja. Weil er, wie das Mitglied des Wächterrats Shahroudi sagt, nicht die nötige Qualifikation hat, um den zukünftigen Obersten Führer zu beurteilen und ihn auszuwählen? Vielleicht. Tatsache ist, dass Shahroudi den derzeitigen Obersten Führer Khamenei seit seinem Amtsantritt als er noch ein Prediger war, in allen Fragen des Islam und der Rechtsauslegungen beeinflusst hat. Shahroudi war Khameneis Lehrer und schon immer ein Gegner Ayatollah Khomeinis. Shahroudi lehnt Sufitum ab.

Hassan Khomeini hat häufiger Interesse oder zumindest Wohlwollen gegenüber den Sufi-Derwischen im Iran gezeigt. Sufis stehen für Toleranz und Friedfertigkeit. Das geht nicht zusammen mit der derzeitigen Machtideologie der Pasdaran und ihrer Elite Ideologen von Ammariyon. Manche betrachten den Ausschluß Hassan Khomeinis von den Wahlen als letzten Baustein eines schleichenden coup d'etats im Iran, der vor allem darauf zielt die Fraktion um Rafsandschani hinwegzufegen. Sehen wir mal, was dem alten Politikfuchs mit starker Vernetzung im Iran noch so alles einfällt, bevor der Vorhang fällt.

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