Prinzessin Fatima Bint Ismail: Landschenkung an die Universität Kairo

Wie erwähnt, geht die Gründung der weltweit ältesten Universität auf eine arabische Frau zurück. Aber man kann die Universität Kairo als eine der renommiertesten Hochschulen der Welt nicht erwähnen, ohne Prinzessin Fatima Bint Khedive Ismail zu nennen.

Sitt al-Shām; Quelle: Raseef22
Patronin der Wissenschaften: Sitt al-Shām widmete sich der Wohltätigkeit, förderte aber auch die Wissenschaften durch Gründung von zwei Schulen, den sogenannten Madrasas. Ihr eigenes Haus baute sie in eine weitere Madrasa um und entwickelte diese zu einer der größten und renommiertesten Madrasas in Damaskus.

Fatima schenkte der Universität Land am damaligen Stadtrand von Kairo, auf dem die renommierte Hochschule erbaut wurde. Zur Fertigstellung der Universität stiftete sie zudem 674 Morgen Land im Nildelta sowie ihre private Schmucksammlung, die zur damaligen Zeit einen Gegenwert von 18.000 ägyptischen Pfund hatte. Fatima stiftete zudem zahlreiche Bücher und wertvolle Manuskripte, die ihre Familie als Gastgeschenke bei Staatsbesuchen erhalten hatte.

Und sie ließ es sich nicht nehmen, 1914 den Grundstein der Universität aus eigener Tasche zu zahlen.

Königin Iffat: Vorreiterin der Frauenbewegung in Saudi Arabien

Aus den für die Frauenbildung in der islamischen Welt bemerkenswerten Frauen ragt Königin Iffat al Thunayan heraus, Frau des verstorbenen saudischen Königs Faisal. Ihr kommt große Bedeutung als Vorreiterin für das Recht von Frauen und Mädchen auf Bildung in einer Gesellschaft zu, in der deren Unterrichtung als Sünde galt.

Die 1915 in Istanbul geborene saudische Königin heiratete König Faisal 1932, der damals Gouverneur von Hijaz war. Ihr gelang es, in den 1940er Jahren eine Fakultät für Frauenbildung an der Ta'if-Modellschule zu gründen. Allerdings weigerten sich viele Familien, ihre Töchter zur Schule zu schicken, worauf die Königin in ihrem Palast eine reine Frauenschule einrichtete.

Trotz zahlreicher Widerstände aus konservativen religiösen Kreisen gelang es Iffat mit Unterstützung ihres Mannes, 1955 die Dar-Al-Hanan-Schulen ins Leben zu rufen – die ersten Schulen für Mädchen in Saudi Arabien.

Tharwat Al-Batawi

© Raseef22

Aus dem Englischen von Peter Lammers

Quellen: Jean Boyd, The Caliph's sister. Nana Asma'u, 1793-1865, Teacher, Poet and Islamic Leader, London 1989

Die Redaktion empfiehlt
Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu kürzen oder nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.
To prevent automated spam submissions leave this field empty.

Leserkommentare zum Artikel: Pionierinnen der Wissenschaften

Ein sehr interessanter Beitrag, der mich allerdings umso trauriger stimmt, wenn ich bedenke wie es heute um die Frauen und um Bildung in den islamischen Ländern bestellt ist...

Ingrid Wecker29.05.2017 | 20:00 Uhr

Ich wusste gar nicht, dass eine Muslima jeweils das Athenaeum in Nimes und Konstantinopel (auch Magnaura Hochschule) gegründet hat.
"Universitäten" in Indien, Persien, China und anderswo nicht berücksichtig!
Vielleicht sollte man sich trotz aller Islamschwärmerei mit der Thematik etwas niveauvoller befassen...

astuga03.06.2017 | 15:40 Uhr