Human Rights Watch fordert, dass diese Feindseligkeiten aufhören müssen. Wir benötigen dringend Berichterstatter, die sich vor Ort über die Lage der Menschenrechte ein Bild machen können und informieren. Wir müssen die Bevölkerung befragen und herausfinden, was genau passiert ist.

Einheiten der Armee Myanmars; Foto: AP/picture-alliance
Rohingya im Visier: Nach Anschlägen der Rohingya-Miliz Arsa auf Polizei- und Militärposten Ende August sind bei einer Konter-Offensive der Armee Hunderte Menschen getötet worden und Hunderttausende vertrieben. Nach UN-Angaben flohen bis Dienstag innerhalb von zweieinhalb Wochen 370.000 Rohingya ins benachbarte Bangladesch. Die Zahl der Todesopfer könnte laut Menschenrechtlern die Tausende weit übersteigen.

Alle Akteure sollten sich dann zusammensetzen und über den Plan sprechen, der von Kofi Annan und der Rakhine-Beratungskommission vorgeschlagen wurde. Er enthält positive, kluge, realistische und zukunftsgerichtete Reformen, mit denen einige der größten Probleme gelöst werden könnten. Leider wird dieser Bericht momentan nicht beachtet, da die Gewalt und die Grausamkeit in Rakhine nach den Anschlägen der ARSA und der Militäroffensive alles überdecken.

Wer könnte dabei helfen, die Lage zu beruhigen? Welche Rolle könnte beispielsweise die EU dabei spielen?

Robertson: Die Diplomaten der EU und weiterer Regierungen, die sich in Rangun und anderswo aufhalten, müssen die Regierung in Myanmar auffordern, Druck auf die Armee auszuüben. Die Lage ist überaus dramatisch: Der einzige Ausweg besteht darin, dass die EU und andere Staaten Aung San Suu Kyi und die führenden Mitglieder ihrer Regierung dazu bewegen, an das Militär zu appellieren, ihre Politik der verbrannten Erde zu beenden. Die Regierung von Myanmar muss damit aufhören, den Sicherheitskräften einen Blankoscheck zu geben, nur weil es sich bei den Opfern um Rohingya handelt.

Das Interview führte Roma Rajpal Weiss.

© Qantara.de 2017

Aus dem Englischen von Harald Eckhoff

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