Entlang der Seidenstraße: Morgenland Festival Osnabrück 2018

15.06.2018 - 20:00 Uhr bis 24.06.2018 - 22:00 Uhr
Verschiedene Veranstaltungsorte
49078 Osnabrück

Das Morgenland Festival Osnabrück 2018 wird vom 15. bis 24. Juni sein Publikum bei verschiedenen Konzerten auf die musikalischen Spuren der Seidenstraße führen. Seit 2005 widmet sich das Festival erfolgreich den faszinierenden Musikkulturen des Vorderen Orients – von traditioneller Musik bis zur Avantgarde. In diesem Jahr verlagert es seinen Fokus weiter nach Osten und stellt die Musik Zentralasiens in den Mittelpunkt.

Zum Festivalauftakt und noch vor dem großen Eröffnungskonzert wird am 14. Juni der Musiker Wu Wei auf der chinesischen Mundorgel Sheng einen Soloauftritt in der Kunsthalle Osnabrück gestalten – inmitten einer raumgreifenden Installation des Künstlers Christoph Faulhaber. Zur Eröffnung am 15. Juni ist er dann mit der herausragenden Pipa-Spielerin Wu Man in der St. Marien-Kirche zu erleben. Die chinesischen Ausnahmekünstler begegnen sich dort in einem spannenden gemeinsamen Debut. Den zweiten Teil des Abends gestaltet das junge kasachische Ensemble Khazar, das in der vergangenen Woche bereits in der Philharmonie von Almaty mit Musikern des Morgenland Festivals gastierte.

Mit der Volkswagen Werkshalle 2 erkundet das Festival am 16. Juni einen spannenden neuen Spielort. Bei dem Konzert sind die fast schon legendäre Morgenland All Star Band sowie das junge Ensemble des Morgenland Campus zu erleben. Spektakulär beleuchtet wird die Halle von Philipp Geist. Der deutsche Künstler gilt international als Star der Licht- und Videoinstallation. Er hat nicht nur klassische Konzertsäle wie die Elbphilharmonie bespielt, sondern auch die Christusstatue von Rio de Janeiro, den königlichen Thron in Bangkok, den Azadi-Turm in Teheran und unzählige andere Orte weltweit einzigartig in Szene gesetzt. Am späteren Abend wird Samer Saem Eldahr alias Hello Psychaleppo die Lagerhalle in einen Dancefloor verwandeln. Der DJ aus Aleppo setzt Melodien der Beduinenmusik und der populären arabischen Musik in ein Spannungsfeld zu modernen westlichen Klängen wie Dubstep, Electro und Industrial. 

Die Musikerinnen Ulzhan Baibussynova und Raushan Orozbaeva präsentieren am 19. Juni in der Lagerhalle die traditionelle kasachische Musik. Für „west-östliche Höhenflüge“ werden am 21. Juni am selben Ort der syrische Trompeter Nezar Omran und sein Kollege Ingolf Burkhardt von der NDR Bigband sorgen – gemeinsam mit den herausragenden Kollegen Florian Weber am Flügel und Hogir Göregen (Perkussion). Der afghanische Rubab-Virtuose Homayun Sakhi ist ebenfalls in der Friedensstadt zu Gast. Mit seinen Mitstreitern aus Afghanistan und Tadschikistan macht er sich am 22. Juni in der Lagerhalle auf die musikalische Suche nach dem ersten Großmogulen, Babur.

Andy Spyra zählt zu den gefragtesten Fotografen Deutschlands und ist dem Morgenland Festival seit Jahren eng verbunden. Im Museumsquartier zeigt er in der Sammlung Felix Nussbaum noch bis zum 1. Juli seine Ausstellung „Hass und Hoffnung. Afghanistan.“. Im Rahmen der Ausstellung wird dort am 20. Juni das „Poetry Project“ mit jungen Menschen aus Afghanistan und Iran zu erleben sein: Allein geflüchtete Jugendliche und ihre Mentoren treffen sich im Rahmen der Gedichte-Werkstatt regelmäßig zu Schreib-Workshops in Berlin. Die jungen Poeten schreiben über die Flucht und ihr neues Leben in Deutschland und präsentieren an diesem Abend ihre Gedichte. Schauspieler Oliver Meskendahl liest die deutsche Übersetzung. 

Die „Neue Seidenstraße", das gigantische, prestigeträchtige Infrastrukturprojekt Chinas, schürt gegenwärtig Ängste. Bei dem gleichnamigen Projekt des Morgenland Festivals geht es hingegen um den Austausch von Kulturen: Im Vordergrund steht der Gedanke, dass über die historische Route der Seidenstraße nicht nur Waren gelangten, und so bringt das Projekt Künstlerinnen und Künstler aus Europa, dem Kaukasus, Zentralasien und China zusammen. Bei einer Session am 22. Juni in der Lagerhalle machen zunächst Ulzhan Baibussynova (Gesang & Dombra), Raushan Orozbaeva (Qobyz), Wu Wei (Sheng), Salman Gambarov (Klavier) und Bodek Janke (Perkussion) miteinander Musik.

In diesem Geist haben sich im Rahmen des Morgenland Festivals auch erstmals das syrische Ensemble Hewar und das armenische Gurdjieff Ensemble zusammengeschlossen. Ihre künstlerische Zusammenarbeit betrachten sie als Hommage an eine jahrhundertealte besondere Nachbarschaft und zugleich als Bitte um Frieden in Syrien. Das Projekt ist eine Kooperation mit der Hamburger Elbphilharmonie und dem Holland Festival in Amsterdam. Es hat Ende März bereits über 2000 Zuhörer in der Elbphilharmonie begeistert – am 24. Juni werden die Musikerinnen und Musiker zum Abschluss des Morgenland Festivals in der Herz-Jesu-Kirche spielen.

Festivalleiter Michael Dreyer hat den ersten Auftakt für sein diesjähriges Festival gerade in Kasachstan erlebt und freut sich nun auf den Osnabrücker Morgenland-Start: „ Nachdem wir in den vergangenen Jahren bereits in Iran, Irak, Syrien, Libanon, Jordanien und der Türkei zu Gast waren, hat das Morgenland Festival Osnabrück in der vergangenen Woche im kasachischen Almaty gastiert. Jamsessions mit heimischen Musikern, Konzerte im Museum für traditionelle Instrumente und ein gemeinsames Konzert der Morgenland All Star Band mit dem jungen kasachischen Ensemble Khazar in der Philharmonie von Almaty haben Publikum wie Musiker begeistert. Das war ein fantastischer Auftakt!“

Dem Osnabrücker Festivalbeginn blicken auch die langjährigen Freunde und Förderer des Festivals bereits gespannt entgegen: „Wir unterstützen dieses kulturelle Highlight deshalb besonders gerne, weil es die jeweiligen nationalen musikalischen Meister ihres Faches – in diesem Jahr beispielsweise aus Kasachstan und Afghanistan – in einzigartiger Weise präsentiert. Ganz persönlich freue ich mich auf das Konzert und die Lichtshow im Volkswagen-Werk“, sagt Wulf Padecken, Leiter Kommunikation der Sparkasse Osnabrück. Um die regionale wie überregionale Bedeutung des Festivals weiß auch Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert: „Das Morgenland Festival Osnabrück hat den Namen der Friedensstadt in die Welt getragen und die Musik der Welt zu uns nach Osnabrück“.

Karten und Gesamtprogramm: online unter www.morgenland-festival.com.