Durch den Sechstagekrieg von 1967, die Niederlage der arabischen Staaten und die Entstehung der palästinensischen Widerstandsbewegung spitzte sich die Lage weiter zu. Der palästinensische Widerstand, direktes Resultat der Vertreibung der Palästinenser von ihrem Land durch Israel, ging Bündnisse mit wichtigen Teilen der politischen Landschaft im Libanon ein, insbesondere der muslimischen Bevölkerung im Süden. Dadurch veränderte sich das Kräftegleichgewicht im Land und die Spannungen zwischen den verschiedenen Fraktionen schaukelten sich hoch, bis der Libanon schließlich 1975 in den Bürgerkrieg abrutschte.

Israel nutzte seinerseits 1982 die Wirren des libanesischen Bürgerkriegs und die tiefen Gräben zwischen den verschiedenen Fraktionen aus, um die PLO auf libanesischem Boden anzugreifen. Die Vertreibung der PLO aus der Hauptstadt Beirut und dem Süden des Landes hinterließ jedoch ein Vakuum im politischen Gefüge und verschiedenste Gruppierungen versuchten es zu füllen.

Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi während eines Besuchs in Riad; Foto: AFP/Getty Images
Auf verlorenem Posten: Der im Exil lebende jemenitische Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi wird gegenwärtig von einer Militär-Allianz um Saudi-Arabien unterstützt, die gegen die schiitische Huthi-Rebellen kämpft. Diese haben in dem seit drei Jahren anhaltenden Konflikt große Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht.

Letztlich gelang dies der Hisbollah, deren Aufstieg daher eng mit der israelischen Besatzung verknüpft ist. Die Unterstützung durch den Iran verdankt sie gemeinsamen politischen Interessen und Ideologien, denn der Iran, nach der Revolution von 1979 mit Sanktionen belegt, fühlte sich durch die Vereinigten Staaten in die Enge getrieben und geriet durch den acht Jahre andauernden iranisch-irakischen Krieg von 1980 bis 1988 noch stärker unter Druck.

Stammesstaat im Jemen

Auch im Fall des Jemen scheint die Aussage gerechtfertigt, dass die tribal geprägte Struktur des Staates, dessen Kriege gegen politische Abweichler und die Repressionen insbesondere durch das Regime Ali Abdullah Salihs, entscheidend zur Entstehung der Huthi-Miliz beigetragen haben.

Durch die Abwesenheit demokratischer Strukturen, in denen alle Bürger im Rahmen rechtsstaatlicher Strukturen gleich behandelt werden, entstanden bewaffnete und staatsähnlich agierende oppositionelle Gruppierungen wie etwa die Truppen Abd al-Malik al-Huthis.

Die Redaktion empfiehlt
Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu kürzen oder nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.
To prevent automated spam submissions leave this field empty.