Ausstellung Carte Blanche à Mahi Binebine

31.01.2018 - 11:00 Uhr bis 31.03.2018 - 18:00 Uhr
Galerie Katharina Maria Raab
Keithstr. 5
10787 Berlin

Wir freuen uns, die Ausstellung CARTE BLANCHE À MAHI BINEBINE. New works by Mahi Binebine,
Nabil El Makhloufi, Najia Mehadji, Mohamed Mourabiti und Fatiha Zemmouri. Als Antwort auf seine
carte-blanche stellt Mahi Binebine seine Arbeiten neben Arbeiten anderer marokkanischer Künstler
vor, die er ausgewählt und seinerseits eingeladen hat: Nabil El Makhloufi, Najia Mehadji, Mohamed
Mourabiti und Fatiha Zemmouri.
Einsamkeit und Verzweiflung. Es sind die Extreme des menschlichen Lebens, die Mahi Binebine in
seinen Werken darzustellen weiß. In seinen Gemälden reduziert er die Figuren auf Silhouetten. Deren
Linien sind verflochten, die Körper so unentrinnbar miteinander verbunden. Sie ringen miteinander
oder umarmen sich in einer feindlichen, verstörenden, oft einengenden Welt.
Auch Binebines Masken sind auf wenige Linien reduziert, doch in ihrer Einfachheit äußerst
ausdrucksstark. Es sind Masken, die nicht verstecken, sondern aufdecken. Sie zeigen Bedrückung,
Kummer und Leid, aber auch körperlichen Schmerz, Verletzungen. Die Kraft und Würde die sie
ausstraheln wir dadurch umso grösser.
Wie in ein Traum scheinen uns die Menschen in Nabil El Makhloufis Bildern. Losgelöst aus Zeit und
Raum finden sich die Menschen zu Gruppen zusammen, stehen eng beieinander, bilden einen
geschlossenen, uns Betrachter aussließenden Kreis. Sie scheinen zu warten. Nur selten tritt eine Person
aus der Menge heraus oder blickt uns stumm an. Ihre Geschichte bleibt unbestimmt, lässt sich nur
erahnen. Eine unheilvolle Spannung in der Luft. Geheimnisvolles Licht erleuchtet einzelne Teile der
Szenen.
Es sind die Gesten, die Bewegungen, die Najia Mehadji faszinieren. Ihre Gemälde und Zeichnungen,
die immer in Gruppen entstehen, tragen Titel wie „Volute“, „Arabeske“, „Mystischer Tanz“ oder
„Welle“. Doch tritt die Frage nach Figuration und Abstraktion im Werk Mehadjis in den Hintergrund.
Denn die weiße Farbe, mit der die Bewegungen zentral und kontrastreich auf den schwarzen
Untergund gesetzt werden, verstärkt deren Kraft und lässt die reine Lebenskraft spüren.
Ein Tondo. Eine Silhouette Afrikas. Allein, stark, eindringlich. Der in Marrakesch ansässige Künstler
Mohamed Mourabiti setzt Afrika ins Zentrum der Welt, umgeben von einem mit natürlichen Blauund
Grüntönen wiedergegebenen Ozean. Auf diesen Karten zeigt uns Mourabiti seine Sicht auf den
Kontinent vor der Kolonialiserung. Er zeigt ihn uns ursprünglich und nicht durch Grenzen in Länder
unterteilt. Mourabitis Afrika präsentiert sich einheitlich, vielfarbig und wie die mit floralen,
botanischen und geometrischen Mustern bedruckten Baumwollstoffe, die der Künstler auf Reisen
sammelte um den Kontinent damit zu beziehen, voller Erinnerungen.
Die von der Künstlerin Fatiha Zemmouri verwendeten Materialien sind von poetischer
Eindringlichkeit: Kohle, Porzellan, Stoffe. In der Arbeit mit diesen Materialien ist es der kurze Moment
der Veränderung, der dir Künstlerin interessiert. Die für die Ausstellung gefertigten Stoffarbeiten
halten diesen Moment für immer fest. Die Spannung, ob und wann der feine Stoff reißt. Unsicherheit.
Die Zeit, die Gegenwart, die Vergangenheit und die Zukunft werden in Zemmouris Arbeiten deutlich.
Der Stoff: Endgültig abnutzt oder aber -als ob die Zeit rückwärts liefe- noch ungewebt.