16. Afrika Film Festival Köln

13.09.2018 - 18:00 Uhr bis 23.09.2018 - 22:00 Uhr
Filmforum im Museum Ludwig
Bischofsgartenstraße 1
50667 Köln

Vom 13. bis zum 23. September 2018 findet die 16. Ausgabe des Afrika Film Festivals in Köln statt.

Der diesjährige Fokus liegt auf der Migration innerhalb Afrikas.

Mehr Geflüchtete in Afrika als in Europa

Der im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes geförderte Festivalschwerpunkt liegt auf der „Innerafrikanischen Migration“. FilmInitiativ Köln e.V., der Gründerverein des Festivals, hat diesen Fokus aus gutem rund gewählt. Nach Angaben des UNHCR waren 2017 täglich 28.300 Menschen durch Krieg und Verfolgung zur Flucht aus ihren Heimatländern gezwungen. Anders als in den hierzulande geführten Debatten, gelangen allerdings nur 17 Prozent der globalen Geflüchteten in das vergleichsweise reiche Europa. Die meisten Geflüchteten (30 Prozent) leben innerhalb Afrikas südlich der Sahara.

Tatsächlich fliehen die meisten Menschen in Afrika also in ihre jeweiligen Nachbarländer. Deshalb leben in den ärmsten Staaten der Welt weitaus mehr Geflüchtete als in den reichen Industrienationen. In Äthiopien z. B. waren es im Jahr 2017 rund 800.000, in Uganda sogar fast eine Million. Viele afrikanische Staaten stehen dadurch vor erheblichen ökonomischen, politischen und sozialen Problemen. Als Folge der massenhaften Fluchtbewegungen nehmen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit auch in afrikanischen Ländern zu, die bis zum Eindringen der ehemaligen Kolonialmächte keinerlei Grenzen kannten.

Geflüchteter erlebt gefährliche Flucht ein zweites Mal

Das Schwerpunktthema „Innerafrikanische Migration“ wird während des Festivals durch diverse Kurz- Spiel- und Dokumentarfilme veranschaulicht und auf bundesweiten Veranstaltungen nachgespielt. In der Filmauswahl befindet sich zum Beispiel der Film REVENIR, eine Koproduktion des australischen Filmemachers David Fedele und des Geflüchteten Kumut Imesh. 2004 musste Kumut Imesh aus seinem Heimatland Elfenbeinküste fliehen. Auf der Suche nach einem sicheren Ort begann er die lange Reise über den afrikanischen Kontinent, bevor er schließlich in Marokko ankam, wo er sieben Jahre verbrachte. Während seiner Zeit in Marokko arbeitete er eng mit Nichtregierungsorganisationen und Verbänden zusammen. 2013 traf er dort den Filmregisseur David Fedele. Gemeinsam realisierten sie daraufhin mit REVENIR eine waghalsige Dokumentation, in der Kumut seine gefährliche Flucht quer durch Afrika alleine mit seiner Kamera nachstellt. Dabei war es den beiden Filmemachern besonders wichtig, die Geschichte aus einer afrikanischen Perspektive zu erzählen, welches auch ein Hauptanliegen des Afrika Film Festivals Köln ist. REVENIR eröffnet in Anwesenheit der beiden Regisseure die bundessweite Veranstaltungsreihe am 20. Juni im 3001 Kino Hamburg.