Ein Mann steht vor einem Grenzstein in Bir Lehlu, einer von der Frente Polisariao kontrollierten Stadt in der Westsahara; Foto: DW/Karlos Zurutuza
Westsahara-Konflikt

Im Westen nichts Neues

Seit mittlerweile vier Jahrzehnten gärt der Konflikt um den Status der Westsahara zwischen dem Königreich Marokko und der sahrauischen Befreiungsbewegung "Frente Polisario". Dass eine Einigung noch immer in weiter Ferne ist, dürfte auch der mangelnden internationalen Aufmerksamkeit geschuldet sein. Von Annett Hellwig

Beinahe sah es so aus, als käme etwas Bewegung in den festgefahrenen Konflikt um die "letzte Kolonie Afrikas", als im April 2013 im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen der Vorschlag diskutiert wurde, das Mandat der UN-Mission für ein Referendum in der Westsahara (MINURSO) wenigstens um eine Komponente zur Überwachung der Menschenrechtslage zu erweitern.

MINURSO ist die einzige UN-Mission weltweit, zu deren Aufgabenbereich es nicht gehört, die Einhaltung der Menschenrechte zu überwachen. Und dieser vorsichtige Versuch, das seit 1991 unverändert bestehende Mandat auszudehnen, hätte das angestrebte Unabhängigkeits-Referendum letztendlich auch nicht näher gebracht. Dennoch scheiterte der Vorstoß am hartnäckigen Widerstand Marokkos sowie der französischen und russischen Ablehnung. Eine dauerhafte Lösung des Konflikts in der Westsahara rückt damit in immer weitere Ferne.

Der Westsahara-Konflikt hatte bereits 1976 nach dem Abzug der spanischen Kolonialmacht und der anschließenden Annexion des Gebietes durch Marokko und Mauretanien begonnen. Die nachfolgenden Kampfhandlungen zwischen Marokko und der sahrauischen Befreiungsbewegung "Frente Polisario" zwangen hunderttausende Sahrawis zur Flucht nach Algerien, wo sie bis heute in Flüchtlingslagern leben.

UN-Friedensplan und Referendum

Karte der Westsahara; Foto: DW
Ein nicht endender Konflikt: Die Westsahara wurde 1975 von Marokko besetzt, als die spanische Kolonialherrschaft dort zu Ende ging. Die Befreiungsbewegung Polisario wollte eine Unabhängigkeit von Marokko erreichen. Erst 1991 wurde ein Waffenstillstand geschlossen. Bis zu 90.000 Menschen leben wegen des Konflikts bis heute in Flüchtlingslagern in Algerien.

​​1991 wurde die militärische Austragung des Konfliktes durch einen UN-Friedensplan beigelegt, der die Durchführung eines Referendums über die Unabhängigkeit der Westsahara vorsah und Blauhelmtruppen zur Überwachung des Waffenstillstandes entsandte.

Eine Vorbereitung dieses anvisierten Referendums scheiterte bis zuletzt vor allem an der Frage, wer überhaupt im Falle einer Abstimmung wählen dürfe. Lange herrschte Uneinigkeit darüber, ob nur Angehörige von Familien wahlberechtigt sein dürfen, die schon unter spanischer Kolonialverwaltung in der Westsahara lebten, oder alle Personen, die eine bestimmte Anzahl von Jahren in dem Gebiet zugebracht haben.

Derweil nutzte die marokkanische Regierung diese Zeit der Klärung, um vollendete Tatsachen in ihrer "Südprovinz" zu schaffen. Mit Steuervorteilen und gut bezahlten Jobs wurden tausende Marokkaner, und damit potentielle Wähler, aus dem Norden angelockt, um sich in der Westsahara niederzulassen und die wirtschaftliche Entwicklung der Region voranzutreiben.

Marokko investierte für dieses Vorhaben gigantische Summen, mehr als eine Milliarde US-Dollar jährlich. Doch nicht nur die Ausbeutung von Ressourcen, allen voran Phosphat und Fischerei, stand dabei im Mittelpunkt.

Eine Phosphatmine in der Nähe von Boukraa; Foto: Annett Hellwig
Rohstoffausbeutung im großen Stil: Trotz Anerkennung des Selbstbestimmungsrechtes des Volkes der Sahara durch die UN und mehr als 50 Staaten plündere Marokko das besetzte Gebiet nach wie vor aus, kritisieren Vertreter der Frente Polisario.

​​Bis heute fließt nicht wenig Geld in die Realisierung teils aberwitziger Infrastrukturprojekte und den Ausbau der Städte in der Westsahara. Laayoune, die 1938 aus dem Wüstensand gestampfte alte Provinzhauptstadt der Spanischen Sahara, säumen heute breite Boulevards und mit Fontänen geschmückte Plätze. Für die 200.000 Einwohner Laayounes, von denen noch gerade mal ein Fünftel Sahrauis sind, sollen bald noch weitere Theater, Sportanlagen und Einkaufszentren entstehen.

Bürger zweiter Klasse

Tatsächlich ist das Gebiet der Westsahara damit besser entwickelt, als "Nordmarokko", auch die Alphabetisierungsrate liegt hier über dem Landesdurchschnitt. Dennoch bleiben die einheimischen Sahrauis zum größten Teil Bürger zweiter Klasse, von Behörden benachteiligt und diskriminiert.

Die regelmäßig stattfindenden Demonstrationen gegen die Besatzung treffen nicht selten auf gewaltsame Gegenwehr der mittlerweile marokkanischen Mehrheit der Region und enden für die Beteiligten Sahrauis oft mit Polizeigewalt und drakonischen Haftstrafen.

Menschenrechtsorganisationen prangern immer wieder die katastrophale Situation in Internierungslagern und Gefängnissen der Westsahara an, in denen systematische Folter und Misshandlungen auf der Tagesordnung stehen.

Das hält die Regierung in Rabat allerdings nicht davon ab, die wirtschaftlichen Standortvorteile der Region sowie auch deren touristische Attraktionen weiter zu bewerben. Es gibt Hochglanzreiseführer für die "Marokkanische Sahara", Folklorefestivals mit Nomaden und Kamelrennen. Erst 2012 wurde die Region um Dakhla gar von der "New York Times" als eines der Top-Reiseziele weltweit gelistet. Offiziell ist Marokko stolz auf die reiche Kultur und Tradition der Bewohner der Westsahara.

Ohnmacht der Vereinten Nationen

Diese zwei Seiten der Medaille, noch dazu vor dem Hintergrund der unumstößlichen Haltung der Regierung, dass die Westsahara selbstverständlich ein natürlicher Teil des Königreichs sei, machen es internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen schwer, im Konflikt zu vermitteln.

Marokkanische Sicherheitskräfte räumen ein Zeltlager am Rande Laayouns am 8. November 2010; Foto: dpa
Menschenrechtsorganisationen verurteilen immer wieder die katastrophale Situation in Internierungslagern und Gefängnissen in der Westsahara, wo systematische Folter und Misshandlungen an der Tagesordnung sind, schreibt Annett Hellwig.

​​Die Vorbereitung eines Referendums steht allerdings seit 2004 nicht mehr zur Debatte, da man sich nicht über einen entsprechenden Rahmen verständigen konnte. Neben der Überwachung des Waffenstillstandes beschränken sich die Vereinten Nationen nur noch auf Appelle an die beteiligten Parteien, eine gemeinsame und dauerhafte Lösung des Konflikts zu finden.

Die Akteure sind jedoch nicht nur Marokko und die "Frente Polisario", sondern vor allem auch Algerien. Das nordafrikanische Nachbarland Marokkos unterstützt die Forderungen der Sahrauis nach einem eigenen Staat und bietet ihren Flüchtlingen seit über 30 Jahren Unterschlupf. Der Grund für sie Politik liegt auch in de historisch bedingten Rivalitäten mit Marokko.

Was bleibt, ist dennoch die Frage, ob eine selbständige Westsahara überhaupt als Staat überlebensfähig wäre. Der Möglichkeit eines von den Vereinten Nationen begleiteten Übergangsprozesses steht das von vielen befürchtete Szenario eines nicht überlebensfähigen failed state gegenüber.

Allen voran zeichnet Marokko das Schreckensbild eines El Dorados für Waffenschmuggel und Al-Qaida-Aktivitäten. Die Regierung in Rabat betont, dass bisher nur dank der eigenen Armeestärke die Westsahara die einzige Region der gesamten Sahara darstelle, die man noch sicher betreten könne. Zudem sei die "Frente Polisario" inzwischen von Al-Qaida infiltriert und von Algerien einer Gehirnwäsche unterzogen.

Diese Argumentation wird auch in Gesprächen mit Vertretern europäischer Staaten immer wieder hervorgebracht, um Marokko als Garant für Sicherheit und Schutz vor Terrorismus in der Region zu präsentieren. Das Land ist sich seiner Brückenfunktion zwischen Europa, dem arabischen Raum beziehungsweise Afrika nur zu bewusst und sieht auch aus diesem Grund keinen Anlass, seine Position im Westsahara-Konflikt zu ändern.

Fehlender europäischer Druck auf Marokko

Umgekehrt fehlt an dieser Stelle der Druck der europäischen Staaten auf die marokkanische Regierung, die Menschenrechtssituation in ihrem Machtbereich zu verbessern und Kompromissbereitschaft gegenüber der sahrauischen Bevölkerung zu signalisieren.

Porträt des marokkanischen Königs Mohammed VI. vor der Kaserne der Royal Moroccan Army in Smara; Foto: Annett Hellwig
Das marokkanische Militär als Bollwerk gegen den internationalen Terrorismus: Marokko beschwört nicht selten das Schreckensbild von Al-Qaida und Co. in der Westsahara, um letztlich seine Militärpräsenz und Kontrolle der Region politisch zu rechtfertigen.

​​Die Terror-Vorwürfe gegen die "Frente Polisario" und die Angst vor einem Überschwappen der islamistischen Gewalt aus Mali scheinen unbegründet, da es zwischen beiden Seiten keine offensichtliche Verbindung gibt. Die "Frente Polisario" und die Terroristen in Mali verfolgen weder gemeinsame Ziele noch haben sie den gleichen Gegner.

Es sieht damit nicht so aus, als würden Algerien oder Marokko – d.h. die Parteien, denen die UN faktisch die Regelung des Konflikts überlassen haben – in nächster Zeit wirklichen Schwung in den festgefahrenen Streit um die Westsahara bringen.

Alle Seiten setzten derzeit große Hoffnungen in den Sondergesandten des UN-Generalsekretärs, Christopher Ross, der von den Beteiligten akzeptiert wird und gute Chancen hat, die Zusammenarbeit zu verbessern.

Doch letztendlich wird sich der Westsahara-Konflikt nicht allein auf Grundlage dieses Dialogs lösen lassen. Vielmehr ist außenpolitischer Druck gefragt und ein verstärktes mediales Interesse, um den vergessenen Westsahara-Konflikt wieder ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Solange keine wirklich nachhaltige Auseinandersetzung mit dem Konflikt stattfindet, wird es für die Westsahara keine dauerhafte Lösung und politische Zukunft geben.

Annett Hellwig

© Qantara.de 2013

Redaktion. Arian Fariborz/Qantara.de

Mehr zum Thema
Druckversion
E-Mail verschicken
Ihre Meinung zu diesem Artikel
Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu kürzen oder nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.
To prevent automated spam submissions leave this field empty.

Leserkommentare zum Artikel: Im Westen nichts Neues

Die Westsahara gehört eindeutig zu Marokko und ich bitte davon abzusehen mit reißerischen und aus dem 1. Weltkrieg stammenden Filmtiteln als Artikelüberschrift, die ganz anders belegt sind, zu versuchen auch dieses schöne Land "in Brand stecken" zu wollen. Das weise Königshaus von Marokko pumpt seit Jahrzehnten große Geldmengen für die Infrastruktur etc. in die Westsahara, ähnlich der BRD für die ehemalige DDR. Aus diesem Grunde erlaube ich mir zu sagen: "Hoch lebe der alte und der derzeitige König von Marokko"!

Dieter Weiprecht07.08.2013 | 15:24 Uhr

Dieser Artikel ist so de maßen dürftig, dass ich als Leser echt schockiert bin...
Und nicht nur das, dieser Artikel zeigt eigentlich nur wie wenig Frau Hellwig sich mit Marokko und Nordafrika insgesamt beschäftigt hat...
Allein die Tatsache, dass Sie über "Westsahra" - wie ob es einen Staat mit diesem Namen gibt!!- reden, oder "letzte Kolonie Afrikas" - wie ob Marokko Kolonialherrscher ist !! - weist auf Ihr erschreckendes Unkenntnis über was schreiben...
Und übrigens: zur Instrumentalisierung dieses Problems seitens Algerien - Venezuella Noradafrikas- haben Sie gerade mal vier oder fünf Zeilen verloren...Über die Reisefreiheit der sogenannten "Sahrawi Flüchtligen", die nicht nach Marokko reisen dürfen (und in Ihren Lagern festgehalten werden) nichts gesagt...Ebenso über die dikratatorischen Repressallien der Polisarionanführer gegen Andersdenkende Südmarokkaner...
Im Namen des Sozailismus und Revolution und mit der Unterstützung der Volksrepublik Algerien leistete sich die Organisation Polisario seit 1976 eine große Leistung was Verletzen von Menschenrechte angeht... Dies wird in Ihrem Beitrag in keinem einzigen Wort erwähnt.....Dies nur um ein paar Beispiele zu nennen!
Das Königreich Marokko ist nicht perfekt (politische und wirtschaftliche Probleme/ bzw.Fehler gab es und gibt es noch...Aber das demokratischste, liberalste und kultivierste Land in Noradafrika so darzustellen ist einfach nicht wahr...
Ich kann Ihnen nur raten, sich gut informieren zu lassen bevor sie über Sachen schreiben von denen Sie nur wenig wissen.

T. K.02.02.2014 | 20:57 Uhr

Herr "T. K.", warum sind Sie feige? Stehen Sie doch zu Ihrer Meinung, mit Ihrem tatsächlichen Namen. Wir sind schließlich nicht in Marokko! Ich jedenfalls finden den Artikel "Im Westen nichts Neues" informativ und gelungen. Sie können mit dieser Darstellung nicht klarkommen, daher greifen Sie die Autorin an. Das ist schlicht peinlich. Die meisten Marokkaner sind leider Opfer der Propaganda des Könighauses; mit denen kann man über diesen Konflikt nicht rational diskutieren. Außerdem behandeln die marokkanischen Besatzer die Menschen schlecht. Das Mandat der Uno-Mission in der Westsahara wird nicht auf die Menschenrechtssituation ausgeweitet. Damit schwinden die Hoffnungen der Sahraouis auf eine baldige Verbesserung ihrer Lage im schon 38 Jahre dauernden Konflikt mit Marokko.

Ali Ziad 03.02.2014 | 00:44 Uhr

Doch ich bin auch der Meinung, dass dieser Artikel zu sehr einseitig ist...Journalistische Qualität sieht anders aus...Dies erinnert mich an den Journalismus der DDR...Der Westen ist an allem Schuld!!!!

Sabine. M.03.02.2014 | 19:28 Uhr

Oh je das ist aber neu! Seit wann es ist bitteschön ein Muss, den kompletten Namen zu schreiben, damit man in Internetforen seine Meinung äußern kann? Und ist das überhaupt ein Grund unhöflich zu werden, wenn man dies nicht tut? Wie kamen Sie dazu mich als "feige" zu bezeichnen nur weil ich Kritik gegen den Artikel geschrieben habe?
Ich habe konkrete Anhaltpunkte angesprochen, die ich bei der Darstellung der Autorin vermisst habe. Ich habe Frau Helwig bei meiner Kritik kein einziges Mal persönlich angegriffen geschweig dann beleidigt. Wissen Sie Herr Ziad? Man braucht keine "marokkanische Propaganda" um feststellen zu können:
- dass die sogenannte Freiheitskämpfer Organisation der Polisario ein algerisches politisches Instrument ist. Diese Organisation wurde vom lybischen Ex-Diktator mit gegründet und finanziert.
- dass die armen südmarokkanischen Bürger in Tindouf (werden in Konzentrationcamps unter sehr strengen Überwachung der Polisario Mordschwadronen festgehalten) und dürfen nirgendwo ausreisen, da Ihre Pässe von den algerischen Behörden niemals freigegeben worden sind (zumindest bis heute).
- dass die sogenannten Freiheitskämpfer der Organisation Polisario haben (laut UNO Angaben) mehrere Hunderte von marokkanischen zivile Bevölkerung auf dem Gewissen wegen ihrem Terrosimus der 70er und 80er.
Ich finde es schade, dass eigentlich in so einer seriösen Internetseite solche Gehirnwäsche verbreitet wird. Was kommt jetzt Die Farq in Kolumbien als Menschenrechtsaktivisten? Die ITA in Spanien und Frankreich als Freiheitskämpfer? oder etwa die PKK in Türkei als demokratische Partei? Lass uns sachlich und objektiv bleiben: Algerien und seine Handlanger Polisario sind im Unrecht und nicht das Königreich Marokko.
Herr..., ja ich bin Deutsch-Marokkaner. Ich wusste nicht aber dass dies wichtig ?!
Gerne können Sie meine Argumente wederlegen und Kritik äußern an dem, was ich gesagt habe. Aber mich auf Grund meines Herkunft zu diskreditieren, ist genauso dürftig wie der Artikel, den ich kritisiert habe.

T. K.03.02.2014 | 22:16 Uhr

Die Westsahara ist marokkanisch. Punkt, Ende! Ich habe in Rabat und in Madrid 13 Jahrelang gelebt...Polisario ist ein algerisches Ding...Die korrupten algerischen Generäle mit ihren Größenwahn müssen akzeptieren, dass sie das traditionsreiche Königreich Marokko mit dieser lächerlichen Nummer kaum beeinflüssen können...Um Menschenrechte oder Selbstbestimmung geht es hier nicht!

Reiner Wiscozig19.02.2014 | 20:08 Uhr

Der Artikel von Frau Hellweg zeigt, dass sie kein fundiertes Wissen ueber die Thematik hat. Sie spricht von einer "letzten Kolonie Afrikas", ich kann dieser Bezeichnung zustimmen, wenn die Artikelverfasserin damit Spanien meint. Wenn so der Fall ist, braucht sie nicht den Ausdruck in Gaensefuesschen zu schreiben. Der Gebrauch des Begriffs "Annexion" verraet die Parteilichkeit der Artikelschreiberin. Marokko hat dank der genialen Idee des verstorbenen Koenigs Hassan II., des Gruenen Marschs, am 06.November 1975 das von Spanien kolonisierte Gebiet friedlich zurueckbekommen, nach dem das internationale Gericht in Lahaye die Marokkanitaet des Gebietes erkannt hat. Die "Analytikerin" scheint nicht zu akzeptieren, dass Marokko das aermliche Layoune in eine bluehende Stadt, mit breiten Boulevards und Fontaenen, verwandelt hat. Bis heute verstand ich solche Entwicklungen als Fortschritt ! "Besser entwickelt als'Nordmarokko'" das ist eine billige Uebertreibung, besonders weil sie vag ist.Layoune ist doch nicht besser entwickelt als Rabat, Casablanca, Tanger....usw. Die Sahrauis seien Buerger zweiter Klasse ist ganz einfach falsch! Die Marokkaner sind gleich vor allen Behoerden, es geht vielleicht mehr um die Laune, die Arbeitsmoral und das Bewusstsein des Beamten, der Beamtin mit dem, der man zu tun hat. Kein Angestellter kommt auf die Idee, sich je nach der Herkunft des Ansprechpartners umzuschalten. Die viel verbreitete Annahme, dass es einen Unterschied zwischen Ossis und Wessis gibt, fand keinen Fuss in Marokko.Die Artikelschreiberin bedauert, dass der Druck der europaeischen Staaten fehlt. Mit solchen Gedanken versucht man nicht mehr im 21. Jh. Eine sog. Poltische Analyse zu argumentieren. Die Zeiten des exessiven Eurozentrismus sind vorbei. Die europaeischen Staaten haben nicht mehr das Sagen, gerade nicht als Union. Die Wirtschaftskrise 2008 hat vieles in dieser Hinsicht entlarvt. Die europaeischen Staaten waren unfaehig, Griechenland z.B. zu disziplinieren. England tanzt ausser der Reihe seit langer Zeit. Spanien verkauft seine Doerfer. Frankreichs Fussballmannschaften sind z.T. arabischen Kolorits.Die Schweizer sind gegen Auslaender, salopp gesagt, wer sind davon in erster Linie betroffen? Komischerweise die franzoesischen Arbeiter! Und nun Herr Poutine, der noch eine Sehnsucht nach dem scheinbar nie vergessenen Kalten Krieg hat. Ich frage mich nur, welchen Druck meinen Sie? Haben die europaeischen Staaten Druck auf Israel, auf den Iran, in Syrien ....ausgeuebt?
Bevor man vielschichtige Konflikte mit gepfuschten Argumenten analysiert und in Eile Fazite aeussert, soll man sich mit Makro-und Mikrowissen in Bereichen der Politik und der politischen Geostrategie ausruesten. Es geht heutzutage mehr um Interessen als um leere Unionen! Die Souveraenitaet der Staaten wird in jeder Gelegenheit betont! Seit dem arabischen Winter, Verzeihung! Fruehling schreien auch die Voelker ihre Souveraenitaet! Ukraine ist dabei, was fuer ein Volk ist dran????

lazaare15.03.2014 | 00:08 Uhr

auch ich schließe mich an meine vorgänger an! Der Kritik an diesem Artkel ist total nachvollziehbar. Die Journalistin sollte sich lieber vorher schlau machen und sich nicht von der Rhetorik der sozialistischen Internationale beeinflussen lassen...Pardon, Sie schreiben hier wie in den algerischen Medien. Es sieht danach aus, dass Sie zuviel algerisches Fernsehen geschaut haben.

Franz aus Mogador05.06.2014 | 15:03 Uhr