Vortrag von Prof. Dr. Roman Loimeier: "Islam in Afrika"

13.02.2018 - 19:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Katholische Akademie in Berlin
Hannoversche Str. 5
10115 Berlin

Islam in Afrika

Prozesse der Islamisierung Afrikas von den Anfängen bis zur Gegenwart

Wie der Kontinent Afrika von sehr unterschiedlichen Regionen geprägt ist, so ist auch „Islam in Afrika“ kein einheitliches Phänomen. Im Laufe einer Jahrhunderte währenden Zeitspanne fand muslimisches Denken über die ostafrikanische Küste und über die Karawanenrouten in der Sahara Eingang in den sub-saharischen Raum und entfaltete sich dort. Nicht nur die Form der Ausbreitung geschah auf verschiedenen Wegen, von denen Handel und Sufi-Bruderschaften nur die beiden bekanntesten Faktoren darstellen, denn später entstanden auch südlich der Sahara islamische Reformbewegungen, die nicht mehr in jedem Fall von Sufi-Bruderschaften getragen wurden. Diese haben zum Teil auch über den afrikanischen Raum hinaus Relevanz erlangt.

In seinem Vortrag wird Professor Loimeier die neuen Kontexte für Weiterentwicklungen des „Islam in Afrika“ aufzeigen. Dazu werden auch der Sufismus allgemein und kontrastierend der an der islamischen Frühzeit orientierte Salafismus thematisiert, um so einen Referenzrahmen für aktuelle Tendenzen im muslimischen Leben Afrikas zu gewinnen.

Prof. Dr. Roman Loimeier (geb. 1957 in Passau) ist Professor mit dem thematischen Schwerpunkt „Anthropologie des Islams" an der Universität Göttingen. Er hat seit 1981 Forschungsarbeiten in Senegal, Nordnigeria und Tansania durchgeführt und eine breite Expertise zu muslimischen Gesellschaften im sub-saharischen Afrika aufgebaut. Seine Beschäftigung mit den muslimischen Gesellschaften des sub-saharischen Afrika hat einerseits einen starken Fokus auf die historische Entwicklung dieser Gesellschaften, zum anderen beschäftigt sich Roman Loimeier mit den Dynamiken gesellschaftlichen Wandels in der Gegenwart, insbesondere mit der Entwicklung muslimischer Reformbewegungen.