Vortrag: Mahatma Gandhi und die Gewaltfreiheit im Islam - am Berliner ZMO

29.09.2016 -
17:00 Uhr bis 18:30 Uhr
Kirchweg 33
Zentrum Moderner Orient
14129 Berlin

Anhand von direkten Zitaten aus Gandhis Reden und Schriften zeigt Prof. Dharampal-Frick (Universität Heidelberg) in ihrem Vortrag am Berliner Zentrum Moderner Orient auf, in welchem Grad sich dieser ‚Prophet der Gewaltfreiheit‘ für seine eigene Doktrin und Praxis des satyagraha (‚Kraft der Wahrheit‘) im indischen Unabhängigkeitskampf durch die islamische Theologie inspirieren ließ. Mahatma Ghandi verfolgte dabei das Ziel, eine hindu-muslimische Einheit herbeizuführen.

Im Anschluss an ihren Vortrag steht Prof. Dharampal-Frick für Interviews zur Verfügung. 
Anfragen bitte an yasser.mehanna@zmo.de 

Als prominenter Fürsprecher des Islams verkündete Mahatma Gandhi im Jahr 1938, „die Worte des Propheten” gehörten „zum kollektiven Schatz der Menschheit, nicht allein der Muslime” (Vorwort zu einer Neuauflage von Abdullah Suhrawardys The Wisdom of Muhammad [1905]).

Der Vortrag wird die Entwicklung von Gandhis emphatischer Wertschätzung der zivilisatorischen und politischen Bedeutung des Islam nachzeichnen – beginnend mit seiner Kindheit in Porbandar und Rajkot (Gujarat, 1869-1888), gefolgt von seinen Studienjahren in London (1888-1891) und danach mit einem Fokus auf seinem längeren Aufenthalt in Südafrika (Johannesburg und Durban, 1893-1914) sowie schließlich auf seinem politischen Einsatz in Indien (1915-1948).

Gita Dharampal-Frick (geb. Mussoorie, Indien) ist Professorin am Südasien-Institut der Universität Heidelberg. Seit 2002 leitet sie dort die Abteilung Geschichte Südasiens. Sie studierte Germanistik, Romanistik, Kulturethnologie, Indologie und Geschichte in Manchester, Leipzig, London und Cambridge.

1980 promovierte sie an der Nouvelle Sorbonne in Paris und habilitierte sich 1992 in Neuerer und Neuester Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Es folgten Stellen als Privatdozentin in Augsburg sowie 1993 bis 1994 als Visiting Professor am Department of History an der Stanford University, USA. Von 1994 bis 2000 war sie Heisenberg-Stipendiatin der DFG.