Reaktionen aus dem Nahen Osten auf den US-Angriff in Syrien

07.04.2017

Die türkische Regierung hat den US-Angriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt Al-Schairat als «positiv» bezeichnet und zugleich die internationale Gemeinschaft ermahnt, bei ihrer harten Haltung gegenüber Syriens Machthaber Baschar al-Assad zu bleiben. «Wir begrüßen das als positiv, aber wir denken, dass das Assad-Regime vollständig auf der internationalen Ebene bestraft werden muss», sagte Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus am Freitag im Fernsehsender Fox TV, wie die Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Kurtulmus sprach von einem «bedeutenden» Angriff, nachdem Zivilisten «mutmaßlich" durch Chemiewaffen getötet worden seien. «Die Barbarei des Assad-Regimes muss sofort gestoppt werden», sagte er. Der Friedensprozess müsse einen «dauerhaften» Frieden bringen. «Ich hoffe, dass diese US-Operation dazu beitragen wird, Frieden zu sichern», fügte Kurtulmus hinzu.

Der Iran verurteilte dagegen den US-Angriff in Syrien scharf, berichtete die Nachrichtenagentur Insa unter Berufung auf einen Sprecher des Außenministeriums. Solche Angriffe würden Terroristen in Syrien stärken und die Lage in dem Bürgerkriegsland und der Region schwieriger machen. «Diese militärischen Alleingänge sind gefährlich und schädlich», sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi am Freitag. In der derzeitigen Lage würden diese Operationen nur die Terroristen stärken, die Krise in Syrien noch weiter eskalieren lassen und Hoffnungen auf eine politische Lösung noch mehr erschweren, so der Sprecher laut Nachrichtenagentur ISNA.

Saudi-Arabien stellte sich dagegen auf die Seite der USA. Das Außenministerium habe den USA die volle Unterstützung zugesichert, teilt die Regierung in Riad mit. Es sei eine «mutige Entscheidung» Trumps.

Auch Israel begrüßte den US-Luftangriff in Syrien. «In Worten und Taten hat US-Präsident (Donald) Trump eine starke und klare Botschaft ausgesandt, dass der Gebrauch chemischer Waffen nicht toleriert werden wird», hieß es am Freitag in einer Mitteilung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Israel unterstütze Trumps Entscheidung und hoffe, «dass diese Botschaft der Entschlossenheit im Angesicht der schrecklichen Taten des Assad-Regimes nicht nur in Damaskus, sondern auch in Teheran, Pjöngjang und anderen Orten Widerhall finden wird», hieß es in Netanjahus Mitteilung.

Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman nannte den US-Luftangriff eine «wichtige, notwendige und moralische Botschaft der freien Welt und US-Führung, dass man die Kriegsverbrechen des Horror-Regimes von Baschar al-Assad gegen unschuldige Zivilisten nicht dulden wird». Geheimdienstminister Israel Katz, sagte, die USA hätten darauf reagiert, «dass ein brutaler Tyrann rote Linien überschritten hat». Der Angriff sei auch «eine klare Botschaft an die von dem Iran angeführte Achse».

Die syrische Opposition begrüßte den Angriff auf eine syrische Luftwaffenbasis. Sie hoffe, dass die US-Offensive fortgesetzt werde, um die syrischen Luftangriffe und den «Einsatz von international geächteten Waffen» zu stoppen, sagte ein Sprecher der syrischen Nationalen Koalition. Die syrischen Rebellen forderten Angriffe auf alle syrischen Luftwaffenstützpunkte. Es müsse gemeinsame internationale Angriffe auf alle Flughäfen geben, sagte ein Rebellen-Vertreter dem TV-Sender Al-Hadath. (dpa/AFP/Reuters)

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