Kurdische und Arabische Dichtung auf dem Poesiefestival Berlin

18.06.2017 - 20:00 Uhr bis 23.06.2017 - 21:00 Uhr
Akademie der Künste
Hanseatenweg 10
10557 Berlin

Ach, Europa
Das 18. poesiefestival berlin: Europa_ Fata Morgana hat vom 16. bis 24. Juni 2017 rund 170 Dichterinnen und Dichter aus 42 Ländern zu Gast. Auf ein Wort, Europa versammelt poetische Außenansichten aus 22 Nachbarländern der Europäischen Union zu einer einzigartigen, vielsprachigen Installation. Der diesjährige VERSschmuggel ermöglicht eine kurdisch-deutsche Begegnung und bei Poesie und Propaganda wird diskutiert, wie Sprache, speziell lyrische Ausdrucksformen, Macht herstellen kann.

Auf ein Wort, Europa
Sonntag, 18.6., 20 Uhr
22 Dichterinnen und Dichter aus den Anrainerstaaten der Europäischen Union treffen auf dem 18. poesiefestival berlin für eine poetische Installation aufeinander; unter ihnen ist Abbas Beydoun (Libanon), ein Mitbegründer der zweiten arabischen Moderne, Monzer Masri (Syrien), der mit seiner „Gegendichtung“ jenseits von formalen und inhaltlichen Erwartungen Debatten auslöst, und Sjón (Island), der für seine Texte für Björk in Lars von Triers „Dancer in the Dark“ bekannt ist. Wie zeigt sich derzeit die europäische Idee außerhalb der europäischen Gemeinschaft? Die Lyrikerinnen und Lyriker präsentieren ihre poetischen Antworten auf das ins Wanken geratene Europa. Ihre Texte über Realitäten, Träume und Ängste zur EU tragen sie als polyglotte Soundcollage vor.
„Auf ein Wort, Europa“ findet in Kooperation mit dem Forum Berlin der Friedrich-Ebert-Stiftung statt und wird gefördert vom Auswärtigen Amt.

VERSschmuggel kurdisch-deutsch
Dienstag, 20.6., 19.30 Uhr
Erstmals kommt kurdische Dichtung in Deutschland auf eine Festivalbühne. Mit ihrer langen mündlichen Tradition gehört das Kurdische trotz aller Repression zu den ältesten Sprachen der Welt. Die reiche kurdische Geschichte und Kultur spiegelt sich in vielen Dialekten und verschiedenen Schriftsystemen wider. Der kurdisch-deutsche VERSschmuggel bietet sechs kurdischen und sechs deutschen Dichterinnen und Dichtern Freiraum für ein Experiment: Paarweise übersetzen sie sich an drei Workshop-Tagen gegenseitig. Interlinearübersetzungen der Gedichte des jeweils anderen sind ihr Ausgangsmaterial, Dolmetscher übersetzen die Arbeitsgespräche. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit werden auf dem 18. poesiefestival berlin präsentiert. 
Es lesen Eskerê Boyîk (Armenien), Yildiz Çakar (Türkei), Kerîm Kurmanc (Iran), Fatma Savci (Türkei/Schweden), Anahîta Şêxê (Syrien) und Mueyed Teyîb (Irak) mit den deutschen Autorinnen und Autoren Mirko Bonné, Carolin Callies, Simone Kornappel, José Oliver, Ilma Rakusa und Tobias Roth.
„VERSschmuggel kurdisch-deutsch“ wird gefördert vom Auswärtigen Amt und der Stiftung Preußische Seehandlung und findet statt in Kooperation mit Literature Across Frontiers/Literary Europe Live, gefördert durch das Programm Creativ Europe der Europäischen Union. Mit Dank an Övgü Gökçe Yaşa, Programmkoordinatorin bei Diyarbakır Sanat Merkezi.

Poesie und Propaganda
Freitag, 23.6., 19.30 Uhr
Was passiert heute in den analogen und digitalen Medien mit unserer Sprache? Wie wird Meinung gemacht, wie wird mit Worten politische Wirklichkeit hergestellt, und welche Rolle spielt dabei deren ästhetische Funktion, die verführt, verdammt und erfindet? Eine interdisziplinär besetzte Gesprächsrunde diskutiert auf dem 18. poesiefestival berlin das komplexe Wechselspiel von Lyrik, Rhetorik und Politik. Geformte Sprache als Mittel unterschiedlicher politischer Gruppierungen wird diskutiert, und die Dichtung im Dienste radikaler politischer Programme in der Literaturgeschichte und heute in den Blick genommen – mit aktuellen Beispielen wie den Propagandagedichten des IS und der sprachlichen Selbstinszenierung der neuen „Populisten“.
Es diskutieren Paula Diehl, Politikwissenschaftlerin (Bielefeld), Ursula Krechel, Autorin (Berlin), Philippe Joseph Salazar, Philosoph und Professor für Rhetorik (Kapstadt) und Joseph Vogl, Kultur- und Literaturwissenschaftler (Berlin), moderiert von Eva Geulen, Zentrum für Literaturforschung (Berlin). 
„Poesie und Propaganda“ wird gefördert vom Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin.

18. poesiefestival berlin: Europa_ Fata Morgana 
16.-24. Juni 2017
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Das poesiefestival berlin ist ein Projekt des Hauses für Poesie in Kooperation mit der Akademie der Künste. Es wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und das Auswärtige Amt.
 

Nähere Infos unter www.haus-fuer-poesie.org