Kurdische Frauenrechtsaktivistinnen aus dem Nord-Irak berichten

28.02.2018 - 18:30 Uhr bis 21:30 Uhr
Bildungswerk der Heinrich-Böll-Stiftung
Sebastianstraße 21
10179 Berlin

Ende Februar sind 4 Frauen der kurdischen Frauenrechtsorganisation REWAN in Deutschland, mit denen unser Partner, das Frauenzentrum KHANZAD, in Kurdistan-Irak zusammenarbeitet.

Die Frauen werden über ihre Kämpfe und die Situation in Südkurdistan und dem Irak berichten - Was sind Perspektiven, Schwierigkeiten und Erfolge? Wie können sich Menschen hier solidarisch zeigen und welche politischen Überschneidungen und Unterschiede gibt es?

Viele Frauen und Mädchen im Irak und in Südkurdistan erlitten und erleiden Verletzungen ihrer grundlegenden Würde und erfahren seit Jahrzehnten verschiedene Formen von Gewalt innerhalb fest verankerter patriachaler Machtverhältnisse der irakischen wie kurdischen Gesellschaft, ebenso durch bewaffnete Konflikte, insbesondere unter der terroristischen Gruppe Daesh (sog. IS). Kürzlich versuchten konservative religiöse Politiker im irakischen Parlament eine Änderung des Personenstandgesetzes durchzusetzen, wonach u.a. das Ehefähigkeitsalter der Mädchen von derzeit 18 auf 9 Jahre herabgesetzt werden sollte. Durch den vielschichtigen Protest von Frauenrechtler*innen und Aktivist*innen konnte der Beschluss über das Gesetz vorläufig abgewendet werden. Sie arbeiten nun an einem Gesetzesentwurf gegen häusliche Gewalt. In der kurdischen Autonomieregion hingegen führten Frauenrechtskämpfe bereits zur Verabschiedung eines Gesetzes zum Verbot der Vielehe und Vergewaltigung in der Ehe.

Die Frauen der Organisation Rewan werden über ihre Kämpfe und die Situation in Südkurdistan und dem Irak berichten - Was sind Perspektiven, Schwierigkeiten und Erfolge? Wie können sich Menschen hier solidarisch zeigen und welche politischen Überschneidungen und Unterschiede gibt es? Rewan ist seit 1997 im autonomen kurdischen Gebiet (Nordirak) aktiv im Kampf gegen Gewalt an Frauen und für deren Selbstbestimmung. Zu ihren Arbeitsbereichen zählen Dokumentation von und psychologische sowie rechtliche Beratung für Frauen und Mädchen, die von häuslicher, sexualisierter Gewalt, Genitalverstümmelung (FGM - Female Genital Mutilation), Vielehe, Kinderehe, Frauenmorden und Frauenverbrennung bedroht und / oder betroffenen sind.

Mit ihrem Schwerpunkt auf Medienarbeit ermutigen sie Frauen, sich gesellschaftlichen Einfluss und Anerkenung zu erkämpfen, ihre eigenen gesellschaftlichen Visionen zu entwickeln und zu verwirklichen ohne sich darin den Männern zu verpflichten. Die Aktivisinnen reisen an, um Öffentlichkeit für die Lage der kurdischen Frauen zu schaffen, wünschen sich solidarischen Austausch und hoffen auf Vernetzung.