Kurdische Frauenrechtsaktivistinnen aus dem Nord-Irak berichten

24.02.2018 -
16:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Stadtgymnasium Köln-Porz
Humboldtstraße 2
51145 Köln
Ende Februar sind 4 Frauen der kurdischen Frauenrechtsorganisation REWAN in Deutschland, mit denen unser Partner, das Frauenzentrum KHANZAD, in Kurdistan-Irak zusammenarbeitet.

Die Frauen werden über ihre Kämpfe und die Situation in Südkurdistan und dem Irak berichten - Was sind Perspektiven, Schwierigkeiten und Erfolge? Wie können sich Menschen hier solidarisch zeigen und welche politischen Überschneidungen und Unterschiede gibt es?

 
Viele Frauen und Mädchen im Irak und in Südkurdistan erlitten und erleiden Verletzungen ihrer grundlegenden Würde und erfahren seit Jahrzehnten
verschiedene Formen von Gewalt innerhalb fest verankerter patriachaler Machtverhältnisse der irakischen wie kurdischen Gesellschaft, ebenso durch
bewaffnete Konflikte, insbesondere unter der terroristischen Gruppe Daesh (sog. IS).
Kürzlich versuchten konservative religiöse Politiker im irakischen Parlament eine Änderung des Personenstandgesetzes durchzusetzen, wonach u.a. das
Ehefähigkeitsalter der Mädchen von derzeit 18 auf 9 Jahre herabgesetzt werden sollte. Durch den vielschichtigen Protest von Frauenrechtler*innen und
Aktivist*innen konnte der Beschluss über das Gesetz vorläufig abgewendet werden. Sie arbeiten nun an einem Gesetzesentwurf gegen häusliche Gewalt. In der
kurdischen Autonomieregion hingegen führten Frauenrechtskämpfe bereits zur Verabschiedung eines Gesetzes zum Verbot der Vielehe und Vergewaltigung
in der Ehe.
Die Frauen der Organisation Rewan werden über ihre Kämpfe und die Situation in Südkurdistan und dem Irak berichten - Was sind Perspektiven, Schwierigkeiten
und Erfolge? Wie können sich Menschen hier solidarisch zeigen und welche politischen Überschneidungen und Unterschiede gibt es?
Rewan ist seit 1997 im autonomen kurdischen Gebiet (Nordirak) aktiv im Kampf gegen Gewalt an Frauen und für deren Selbstbestimmung. Zu ihren
Arbeitsbereichen zählen Dokumentation von und psychologische sowie rechtliche Beratung für Frauen und Mädchen, die von häuslicher, sexualisierter Gewalt,
Genitalverstümmelung (FGM - Female Genital Mutilation), Vielehe, Kinderehe, Frauenmorden und Frauenverbrennung bedroht und / oder betroffenen sind.
Mit ihrem Schwerpunkt auf Medienarbeit ermutigen sie Frauen, sich gesellschaftlichen Einfluss und Anerkenung zu erkämpfen, ihre eigenen gesellschaftlichen
Visionen zu entwickeln und zu verwirklichen ohne sich darin den Männern zu verpflichten. Die Aktivisinnen reisen an, um Öffentlichkeit für die Lage der kurdischen Frauen zu schaffen, wünschen sich solidarischen Austausch und hoffen auf Vernetzung.