Juden und Muslime radeln gemeinsam für Toleranz

26.06.2018

Gemeinsam haben Juden und Muslime am letzten Sonntag in Berlin mit einem Fahrradkorso gegen Hass und Gewalt demonstriert. Unter dem Motto «Gemeinsam Antisemitismus und Islamfeindlichkeit entgegen lenken» beteiligten sich rund 25 gemischt besetzte Tandems unter anderem aus Rabbinern und Imamen, teilte der Verein Leadership Berlin in der Hauptstadt mit.

Die Route führte vom Holocaust-Mahnmal zum Bebelplatz, dem Ort der Bücherverbrennung 1933. An dem Korso nahmen den Angaben zufolge auch andere Muslime, Juden, Christen und nicht religiöse Menschen teil. Sie wollten damit ein Zeichen für Toleranz und ein friedvolles Miteinander in einer pluralen Gesellschaft setzen.

Zu den Initiatoren und Teilnehmern des Fahrradkorsos gehörten unter anderem der muslimische Theologe und frühere Vorsitzende der Berliner Sehitlik-Moschee, Ender Cetin, sowie der Rabbiner Elias Dray von der Israelitischen Kultusgemeinde im bayerischen Amberg. Beide besuchen als «Tandem» regelmäßig Berliner Schulklassen mit mehrheitlich muslimischen Schülern und leisten dort Aufklärungsarbeit. Ein weiteres Fahrrad-Tandem bildeten die Berliner Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement, Sawsan Chebli (SPD), und der Antisemitismusbeauftragte der Jüdischen Gemeinde Berlin, Sigmount Königsberg.

«Wir Imame und Rabbiner sollten mit guten Beispiel vorangehen», hatte Ender Cetin for der Aktion betont: «Indem wir als Muslime aus Religion, Sport, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft explizit mit unseren jüdischen Pendants auf Tandems durch die Stadt fahren, setzen wir gerade auch ein Zeichen in die muslimische Community, dass wir Antisemitismus nicht dulden und mit dieser symbolhaften Aktion etwas entgegensetzen.»

Den Rechtspopulisten dürfe nicht die Möglichkeit gegeben werden, die Gesellschaft zu spalten, sagte Rabbiner Elias Dray. Er finde es wichtig, dass Juden und Muslime sich nicht gegeneinander aufhetzen lassen. Bei allen Unterschieden gebe es doch auch viele Gemeinsamkeiten. Dray plädierte dafür, die gemeinsamen Besuche von jüdischen und muslimischen Geistlichen in Schulklassen bundesweit auszubauen.

Kooperationspartner der Tandemtour waren nach Angaben zufolge auch die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, das Zentrum für Antisemitismusforschung, das Jüdische Museum Berlin, Violence Prevention Network und die Lange Nacht der Religionen. Die bislang letzte Tandemtour durch Berlin mit Rabbinern und Imamen fand 2015 statt. Während des Evangelischen Kirchentages vor einem Jahr gab es zudem einen Fahrradkorso mit religiös und weltanschaulich gemischten Teams. (epd)

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