حين يدعو ألمانٌ لاجئين سوريين للعبة ألواح ألمانية اسمها "إسطنبول"

Jochen Bierbart zu "Ein Brettspiel namens Istanbul: Orientalismus für die ganze deutsche Familie"

Sehr geehrter Herr Buchen,

ich muss Ihnen leider voll und ganz darin zustimmen, dass mit unserem vermeintlichen Vorzeige-"Kulturgut" in der Gestalt moderner Brettspiele "typisch deutscher" Machart ein trauriges Zerrbild von uns impliziert wird. Spiele wie Istanbul, das ich zwar nicht kenne, aber mit Überzeugung vorverurteile (und dazu noch unzählige andere, die man aber zum Glück leicht daran erkennt, dass sie meist nach Städten oder Inseln benannt wurden) werden leider nicht nur in unserem Land gerne gespielt, sondern auch in vielen anderen Ländern der Erde - eine sehr bedauerliche Entwicklung. Die meisten Spiele dieser Art zeichnen sich nämlich unbestreitbar vor allem durch einen Mangel an thematischer Vielfalt, Kommunikation, Interaktion, Dramatik und Emotionalität aus, was eben voll dem Klischee des langweiligen, streberhaften und phantasielosen Deutschen entspricht.

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