Gutachter hält Islamunterricht in Hessen für rückständig

10.08.2015

Der Islamunterricht an hessischen Grundschulen ist nach Expertenmeinung zu unkritisch. «Eine Auseinandersetzung mit problematischen Koranversen findet nicht statt», sagte der Leiter des Fachbereichs Islamische Theologie der Pädagogischen Hochschule Freiburg, Abdel-Hakim Ourghi, der «Welt am Sonntag». «Ebenso wenig wird das Thema der Identitätsfindung der Schüler zwischen islamischem Glauben und ihrer westlich geprägten Lebenswirklichkeit angesprochen.»

Islamwissenschaftler Ourghi hat im Auftrag eines Lehrers ein Gutachten erstellt, indem das Curriculum der Ditib Hessen kritisch überprüft wird. Der Landesverband der türkisch-islamischen Organisation beschreibt in den Richtlinien für den Unterricht, wie den Schülern muslimischen Glaubens ihre Religion näher gebracht werden soll.

Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) wies die Kritik des Freiburger Islamwissenschaftlers zurück. Ourghi habe einen überkonfessionellen islamischen Religionsunterricht vor Augen, der einem humanistischen und modernen Islams entsprechen solle. Der islamische Unterricht in Hessen sei aber ein «ausdrücklich konfessioneller».

In dem Bundesland war der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht vor zwei Jahren eingeführt worden. Mittlerweile gibt es in fast allen westdeutschen Ländern islamische Religion als Fach. (epd)

Mehr zum Thema Islamunterricht in Deutschland bei Qantara.de

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu kürzen oder nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.