Filme und Diskussion: Saving Bruce Lee – Afrikanischer und arabischer Film in Zeiten sowjetischer Kulturdiplomatie

19.01.2018 - 20:00 Uhr bis 21.01.2018 - 22:00 Uhr
Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin

In der Folge postkolonialer Befreiungskämpfe im Globalen Süden lieferten sich die beiden Supermächte des Kalten Kriegs einen Kampf um Einfluss und Loyalität. Das Kino erwies sich dabei als geeignete Sphäre zur Ausgestaltung nationaler Identität: Film-Stipendien zählten zu den bevorzugten „kulturdiplomatischen“ Instrumenten der UdSSR. Viele heute namhafte Filmschaffende aus dem arabischsprachigen Raum und aus Afrika studierten in den 1960er bis 1980er Jahren am renommierten Gerassimow-Institut für Kinematographie (VGIK) in Moskau. Saving Bruce Lee reflektiert ihre Kunst und gelebte Erfahrung mit Blick auf die Genese nationaler Ikonen, populärer Bildwelten und Ideologien, wie sie sich im Film spiegeln. Ein dreitägiges Programm bringt ehemalige Studenten und Filmexpert*innen zusammen und zeigt nahezu unbekannte Diplomfilme neben prominenten Werken der Filmemacher.

Für Saving Bruce Lee zeigen die VGIK-Absolventen Ossama Mohammed, Suleiman Ibrahim Elnur und Mohamed Aboulouakar ihre Filme und diskutieren mit den Filmemacher*innen Suhaib Gasmelbari, Ali Essafi, Jihan El Tahri und Valérie Osouf. Letztere geben Einblick in ihre Recherchen zu diesem kaum beachteten Gefälle in der Filmgeschichte und hinterfragen den etablierten Kanon des afrikanischen und arabischen Kinos. Gabrielle Chomentowski, Elena Razlogova und Constantin Katsakioris, prominente Kenner*innen sowjetischer Film- und Kulturgeschichte, reflektieren in Vorträgen die kinematografische Außenpolitik der UdSSR.