EU-Abgeordneter kritisiert fehlende Ramadan-Kultur in der EU

06.07.2016

Der Persönliche Beauftragte für muslimische Gemeinschaften der Sozialdemokraten im EU-Parlament, Afzal Khan, fordert mehr Dialog-Bemühungen der EU-Institutionen zum Ramadan. Er vermisse eine zentrale Veranstaltung während des Fastenmonats für Muslime und ihre nichtmuslimischen Kollegen, sagte Khan der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Montag. Um Vielfalt zu fördern und Vorurteile abzubauen, gebe es keine bessere Möglichkeit als das gemeinsame Fastenbrechen, Iftar, während des Ramadans, so der Brite.

In Europa leben Khan zufolge derzeit 25 Millionen Muslime. Von den höherrangigen EU-Politikern habe allein die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini den Muslimen zum Ramadan gratuliert, kritisierte Khan. "Das ist bedauerlich und muss sich ändern", sagte der Sozialdemokrat.

Der Premierminister Großbritanniens richte jedes Jahr einen Empfang zum islamischen Opferfest Eid aus. Zudem fördere die britische Regierung interreligiöse Veranstaltungen zum Fastenbrechen in Gemeinden, Moscheen und Synagogen. "Verglichen damit hinkt die EU hinterher", so Khan.

Auf Anfrage der KNA erklärte die EU-Kommission, dass nicht bekannt sei, wie viele Muslime bei den EU-Institutionen arbeiteten und sie ihre muslimischen Mitarbeiter nicht in besonderer Weise während des Fastenmonats unterstützten. Der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, der für den Dialog mit den religiösen Gemeinschaften verantwortlich ist, nahm im Juni an einem Iftar-Mahl, organisiert von drei belgischen muslimischen Gemeinschaften teil.

Khan war im Januar zum Persönlichen Beauftragten für muslimische Gemeinschaften der sozialdemokratischen Fraktion im Europaparlament ernannt worden. Die Sozialdemokraten sind die einzige der acht Fraktionen im EU-Parlament, bei denen es eine solche Position gibt. (KNA)

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu kürzen oder nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.