CIA stellt Unterstützungsprogramm für syrische Rebellen ein

21.07.2017

Der US-Geheimdienst CIA stellt nach Informationen der "Washington Post" nach vier Jahren seine Unterstützung für syrische Rebellen ein, die gegen den Machthaber Baschar al-Assad kämpfen. Der verdeckte Einsatz zur Unterstützung der Assad-Gegner habe nur eine eingeschränkte Wirkung gehabt, berichtete die Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Der Effekt sei insbesondere seit dem Eingreifen der russischen Armee an der Seite der syrischen Regierungstruppen gering gewesen.

US-Präsident Donald Trump habe daher nach einem Treffen mit CIA-Chef Mike Pompeo und dem Nationalen Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster vor knapp einem Monat die Entscheidung gefällt, das CIA-Programm zu beenden, schrieb die "Washington Post" weiter. Vertreter des Weißen Hauses und der CIA wollten sich zu dem Bericht nicht äußern.

Dem Bericht zufolge spiegelt Trumps Entscheidung gegen eine weitere Unterstützung der Rebellen durch die CIA sein Interesse wider, "Wege der Zusammenarbeit mit Russland" zu finden. Zudem gestehe er damit ein, dass die USA eine Entmachtung Assads nur eingeschränkt befördern könnten und wollten.

Die Entscheidung zur Beendigung des CIA-Programms fiel dem Bericht zufolge, als die USA und Russland gerade eine Waffenruhe für den Südwesten Syriens aushandelten. Diese wurde vor knapp zwei Wochen beim G20-Gipfel in Hamburg verkündet, nachdem Trump und der russische Staatschef Wladimir Putin ihr erstes persönliches Gespräch geführt hatten.

Das Unterstützungsprogramm für die syrischen Rebellen war 2013 unter Trumps Amtsvorgänger Barack Obama gestartet worden. Seitdem wurden tausende Rebellenkämpfer ausgebildet und bewaffnet. Der politische Rückhalt für die Rebellen in den USA ließ allerdings nach.

Zum einen gewann für die US-Regierung in Syrien der Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) an Bedeutung, die auch von Assads Armee bekämpft wird. Zum anderen verloren die Rebellen mit dem Verlust der nordsyrischen Metropole Aleppo an die syrische Armee Ende vergangenen Jahres an strategischer Bedeutung.

Aus den USA kam am Donnerstag ein erneuter Hilferuf der Eltern des verschwundenen US-Journalisten Austin Tice. Der 35-Jährige war vor fast fünf Jahren in der Nähe von Damaskus verschwunden. Er soll der einzige US-Journalist sein, der in Syrien festgehalten wird.

Seine Eltern sagten am Donnerstag in Beirut, sie wollten Kontakt zu seinen Kidnappern aufbauen. "Wir bitten darum, dass diejenigen, die Austin festhalten, sich bei uns melden und uns eine weitere Chance zur Kommunikation ermöglichen", sagte seine Mutter Debra Tice. Sie wollten sich nicht länger nur auf die Bemühungen der Regierungen in den USA und Syrien verlassen. Bislang ist unklar, von wem Tice festgehalten wird. (AFP)

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