Bundesaußenminister Gabriel befürchtet Rückkehr der Gewalt im Libanon

17.11.2017

Nach dem Rücktritt des libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri fürchtet auch Deutschland eine Rückkehr der Gewalt.

Das Land habe in den vergangenen Jahren eine stabile Entwicklung genommen, sagte Außenminister Sigmar Gabriel am Donnerstag nach einem Treffen mit seinem libanesischen Kollegen Gebran Bassil in Berlin. “Jetzt besteht die große Sorge, dass diese stabile Entwicklung wieder zu Ende ist - bis hin zu der Sorge, dass es erneut zu blutigen Auseinandersetzungen im Libanon oder zwischen dem Libanon und Nachbarländern kommt.” Er teilte diese Sorge, sagte Gabriel. Bassil sprach sich dafür aus, dass Hariri ohne Bedingungen in den Libanon zurückkehren kann.

Der Regierungschef hatte bei einem Besuch in Saudi-Arabien überraschend seinen Rücktritt erklärt und damit Spekulationen befeuert, dass ihn die Führung in Riad zu dem Schritt gezwungen haben könnte. Die saudische Führung weist dies zurück. Inzwischen ist geplant, dass Hariri vom Königreich aus nach Frankreich reist, wo er bereits mehrere Jahre lang lebte. Hariri führte eine Einheitsregierung im Libanon, an der Vertreter aller wichtigen Gruppen des Landes beteiligt sind, darunter die mit dem Iran verbündete Hisbollah.

Saudi-Arabien hatte den Libanon wegen des Umganges mit der schiitischen Hisbollah scharf kritisiert und erklärt, der Staat habe den Krieg erklärt. Die Führung in Riad stößt sich etwa daran, dass die Hisbollah in Syrien Staatschef Baschar al-Assad unterstützt und wirft der Gruppe vor, auch den schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen zu helfen. Dort liefert sich Saudi-Arabien mit dem Iran einen Stellvertreterkrieg.

Gabriel zeigte sich erfreut darüber, dass Hariri nach Paris reisen kann. Das wäre ein Zeichen dafür, dass er in seiner Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt sei. Deutschland erwarte aber auch die Rückkehr nach Beirut, damit der Libanon die Probleme lösen könne. Der libanesische Staatschef Michel Aoun geht nach eigenen Worten davon aus, dass die Krise mit Hariris Ausreise aus Saudi-Arabien vorüber sein wird. (Reuters)

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