Buchautorin Nadia Doukali: Muslime sind manchmal christlicher als Christen

23.11.2017

Nadia Doukali, Produktentwicklerin und Kinderbuchautorin, ruft zur Bewahrung weihnachtlicher Traditionen auf. "Ich komme aus einer Zeit, in der man das zelebriert hat: den Adventskalender selbst basteln, die Tage zählen bis zum Heiligen Abend und wissen, was der Heilige Abend eigentlich ist", sagte Doukali am Mittwoch im Deutschlandfunk. "Das wünschte ich mir wirklich zurück". Nicht nur für christliche Gemeinden, sondern auch für Andersgläubige seien diese Traditionen interessant und sehr schön. Sie habe allerdings den Eindruck, dass Muslime "manchmal christlicher als mancher Christ" seien.

Doukali hat vor einigen Jahren den "Iftarlender" entwickelt, ein Pendant zum Adventskalender für den Ramadan. Ihr sei es wichtig, Angehörige verschiedener Religionen zusammenzubringen, betonte sie. Die Botschaft des "Iftarlenders" laute: "Wir können viel reden, wir können viel bomben, wir können viel gemeinsam machen, aber wir können auch einfach gemeinsam Schokolade essen." Ihre Produkte seien "vollkommen ernst" gemeint, fügte sie hinzu: So solle der "Iftarlender" erklären, warum Muslimen der Ramadan so wichtig sei.

In dieser Hinsicht sei es auch gerechtfertigt, dass die Firma Mattel kürzlich eine Barbiepuppe mit Hidschab angekündigt habe, sagte Doukali. "Ich finde es gerade als Zeichen des Feminismus super, dass ein junges Mädchen selbst entscheiden kann, mit was sie spielt und was nicht."

Die Hidschab-Barbie, die im kommenden Herbst auf den Markt kommen soll, ist in Anlehnung an die amerikanische Säbelfechterin Ibtihaj Muhammad entstanden. Muhammad war im vergangenen Jahr in Rio die erste muslimische US-Athletin, die bei den Olympischen Spielen mit einem Hidschab antrat. Die Ankündigung der Puppe hatte geteilte Reaktionen hervorgerufen. Doukali bezeichnete es als positiv, dass die Barbie sich an einer Sportlerin orientiere: "Wenn ich sehe, dass eine Fußballmannschaft voller Frauen mit Kopftuch auf die Wiese geht und lostritt, dann ist das für mich das beste Zeichen, um gegen ein Patriarchat anzugehen." (KNA)

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu kürzen oder nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.