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Ausstellung: "Egyptian Art Today"

3.02 - 16.03.2013 | AB Gallery Luzern, Arealstrasse 6, CH-6020 Emmenbrücke-Luzern, Schweiz


In der Ausstellung EGYPTIAN ART TODAY stellt AB Gallery Arbeiten der fünf Künstler Mohamed Abla, Mohamed Abouelnaga, Ahmed Badry, Hazem El Mestikawy und Khaled Hafez gegenüber.


Mohamed Ablas Arbeiten zeichnen sich durch eine flimmernde Dynamik aus. Er zeigt Fotografien von Menschenmengen aus der Vogelperspektive, die nachträglich mit Ölfarbe bearbeitet wurden. Durch die enge Reihung der Dargestellten verschwindet der Einzelne in einem bunten Teppich aus lebendig aufgetragenen Farbflecken. Nicht das Individuum, sondern das Kollektiv steht im Mittelpunkt; was undenkbar für den Einzelnen wäre, wird möglich durch die Vereinigung von vielen. Mohamed Ablas Werke sind eine Huldigung an das ägyptische Volk und insbesondere an Kairo, die Hast, den Lärm, das bunte Treiben auf den Straßen und an die Menschlichkeit und das Leben von der die Großstadt ausgefüllt wird.

Als die Leute in Ägypten auf die Straße gingen, um zu demonstrieren, bereit waren für den Kampf nach Freiheit sogar ihr Leben zu geben, schrieben sie ihre Wünsche, Hoffnungen, Forderungen und Beschwerden auf Papier und schmückten damit die Bäume auf dem Tahrir Square. Diesen eindrücklichen Akt machte Mohamed Abouelnaga zum Thema seiner Fotoserie Four Trees in Tahrir Square. In Abouelnagas Fotoserie wird der Baum zur Verkörperung der Beziehung der Ägypter zu ihrem Heimatland - verwurzelt in der alten Kultur und ihrem religiösen Erbe strebt das kollektive Bewusstsein nach Freiheit.

Ahmed Badry dagegen thematisiert nicht die großen Gesten, sondern das Alltägliche und auf den ersten Blick Unscheinbare. Durch die Transformation in ein größeres Format oder in dem er eine identische Nachbildung anfertigt und sie auf ein Podest platziert, richtet er die Aufmerksamkeit des Betrachters auf diese kleinen, aber besonderen Details, die eine Gesellschaft charakterisieren. Er verweist auf kreative Lösungen der Menschen aus ärmeren Ländern den Alltag zu meistern, wie das Bügeleisen als Pizzawärmer (Iron 2012) oder ein auf die Wand geschriebenes Ziffernblatt (Clock 2012). Ebenso mit Humor und Ironie zeigt er andererseits auch Fehlkonstruktionen, wie eine freiliegende Starkstromleitung neben einem Lichtschalter (Plug 2012), die ihre eigentliche Funktion verloren haben.

Hazem El Mestikawys Werke mit einer unverkennbaren Technik aus recyceltem Papier basieren auf dem Prinzip der Dualität und bewegen sich zwischen negativ und positiv, zwischen leicht und schwer, zwischen Licht und Schatten. Diese Ambivalenz spiegelt sich auch inhaltlich wieder. Seine Arbeiten sind deshalb keine Aussagen, sondern vielmehr Fragestellungen zu aktuellen Ereignissen, aber auch generellen Identitätsfragen: Geht es nach dem Sturz Mubaraks vorwärts oder wieder zurück für Ägypten (11.02.2011, White Cairo 2011)? Wie beständig bzw. vergänglich ist die Freiheit (Alhoriya Panel 2, Vienna 2012)? Ist die Identität der heutigen Ägypter mehr geprägt vom ägyptischen oder arabischen Erbe (Chamber)?

Im Gegensatz zu der kühlen, geometrisch-exakten Formensprache Hazem El Mestikawys stehen die bunten, fast schon expressiven Werke von Khaled Hafez. Nicht Dualität bestimmt Hafez Werk, sondern die Verschmelzung von scheinbar Unvereinbarem. Alte ägyptische Gottheiten vermischen sich mit gegenwärtigen westlichen Ikonen. Er wählt Heldengestalten aus der Comicwelt, aber auch Schönheiten aus Modezeitschriften für seine Collagen. Spielerisch löst er dadurch die Diskrepanz zwischen alter und neuer Welt, zwischen Ost und West, zwischen Hochkultur und Trivialkultur als Spiegel der Gesellschaft, die sich, nach Ansicht des Künstlers, in einem metamorphosen Stadium befindet.

AB Gallery