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Fachgespräch: "Der Zedernstaat und der Aufstand in Syrien"
11.12.2012 | 17:00 Uhr | Friedrich Ebert Stiftung, Hiroshimastraße 17, 10785 Berlin
Mit Walid Jumblatt, Vorsitzender der Progressive Socialist Party im Libanon
Veranstaltung in englischer Sprache ohne Übersetzung
Der Libanon teilt mit Syrien eine 365 km lange Grenze und eine Fülle von politischen
Herausforderungen. Bekanntlich ist die Entwicklung im Zedernstaat traditionell auf das Engste mit
politischen Geschehnissen in Damaskus verknüpft. Intensive grenzübergreifende sozio-kulturelle
Beziehungen sowie ein track-record von Versuchen der politischen Einflussnahme Syriens auf den
Libanon legen hiervon Zeugnis ab – auch nach dem Rückzug syrischer Truppen aus dem Nachbarland
im Jahr 2005.
Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die eskalierenden militärischen
Auseinandersetzungen der anhaltenden anti-Assad Revolte gravierende Auswirkungen auf die
Stabilität des ohnehin fragilen Machtgleichgewichts im Libanon haben. Ergebnis und Entwicklung des
in Syrien ausgefochtenen Machtkampfes dürften dabei nicht nur für die politische Zukunft Syriens
sondern auch für die Aushandlung kontroverser libanesischer Machtfragen erhebliche Konsequenzen
haben. Und diese weisen nach wie vor ein beträchtliches Eskalationspotenzial auf: Zu nennen wären
hier etwa die Frage interkonfessioneller Beziehungen, der Status religiöser Minderheiten, sowie das oft
befürchtete Aufeinanderprallen von Ambitionen regionaler Akteure wie Iran und Saudi-Arabien.
Offiziell hat sich die libanesische Regierung unter Premierminister Najib Mikati einer Politik der
„Abgrenzung“ (dissociation) von der Gewalt in Syrien verpflichtet. Zugleich jedoch wird immer stärker
deutlich, dass die Umsetzung einer solchen Äquidistanz zum Nachbarland zunehmend von
Partikularinteressen divergierender Machtzentren im Libanon unterlaufen wird. Die libanesische
Regierungspartei Hisbollah wird seit geraumer Zeit beschuldigt, hinter den Kulissen die militärische
Niederschlagung der Opposition in Syrien zu unterstützen. Zugleich hat die Free Syrian Army in den
vergangenen Monaten wiederholt Unterstützung vor allem aus dem sunnitisch dominierten Norden
des Libanons erhalten.
Ein offenes Ausgreifen der Auseinandersetzung auf den Libanon ist angesichts dieser Entwicklung
mehr als nur ein abstraktes Risiko. Nicht zuletzt das Attentat auf den Assad-kritischen libanesischen
Geheimdienstchef Wissam al-Hassan vom Oktober 2012 sowie eskalierende Spannungen in der Folge
haben das Gespenst eines spill-overs als durchaus mögliche Konsequenz eindringlich illustriert.
Wir freuen uns, Ihnen die Gelegenheit zu geben, diese aktuellen Fragen mit einem führenden
politischen Akteur des Libanon zu diskutieren. Walid Jumblatt ist Vorsitzender der Socialist
Naher / Mittlerer Osten und Nordafrika
Fachgespräch Libanon 2012
„Der Zedernstaat und der Aufstand in Syrien“
mit
Walid Jumblatt
Vorsitzender der Progressive Socialist Party, Beirut
Dienstag, 11. Dezember 2012, 17.00 – 18.30 Uhr
Friedrich-Ebert-Stiftung, Haus 1, Konferenzsaal
Hiroshimastr. 17, 10785 Berlin
Bei Fragen zur barrierefreien Durchführung der Veranstaltung wenden Sie sich bitte an uns.
Progressive Party und wird nach einem Eingangsstatement für einen offenen Austausch zur Verfügung
stehen.
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache ohne Übersetzung statt. Im Anschluss an die Diskussion
laden wir Sie zu einem Imbiss ein.
Wir würden uns freuen, Sie in der Friedrich-Ebert-Stiftung begrüßen zu können. Bitte melden Sie sich
bis zum 4. Dezember 2012 entweder per Fax oder per Mail (katja.dittmann@fes.de) mit dem
angehängten Anmeldeformular bei Katja Dittmann an.