Termine

Zum Verhältnis von Staat und Religion - Säkularität des Staates und liberaler Laizismus

24.10.2012 | 19:30 - 21:30 Uhr | Nachbarschaftshaus Gostenhof, Raum 212, Adam-Klein-Str. 6, 90429 Nürnberg


Ebenso wie die fortdauernde Diskussion über den Islam und dessen Integration in Deutschland, zeigt die derzeitige Debatte über die Knabenbeschneidung die Aktualität und Problematik des Verhältnisses von Staat und Religion.

Im Vortrag werden zunächst die historische Entwicklung des Verhältnisses von Staat und Religion und die Trennung von Staat und Kirche nachgezeichnet. Diese Entwicklung stand im Zeichen der Auseinandersetzung mit den christlichen Konfessionen, hatte aber auch andere zeitgebundene Ursachen und Implikationen.

Die hierbei entstandenen Modelle der Trennung von Staat und Kirche bzw. Religion sind heute mit einer zunehmenden religiösen Pluralisierung, aber auch mit einer fortschreitenden Säkularisierung der Gesellschaft konfrontiert, die teilweise neue Lösungen erfordern. Auch die entstanden Begriffe "Trennung von Staat und Kirche", "Neutralität des Staates", "säkularer Staat" und "Laizismus" sind zu hinterfragen und eventuell neu zu definieren.

Ein liberaler Staat achtet die Religionsfreiheit seiner Bürger. Aber wie weit reicht die Religionsfreiheit, wo sind deren Grenzen und wie ist sie gegen andere Menschenrechte abzuwägen? Welche Bedeutung hat Religion in einem demokratischen Staat - insbesondere für die Gesetzgebung? Dürfen sich Bürger, wenn sie politisch aktiv werden, von religiösen Vorstellungen leiten lassen, sie in die Gesetzgebung einbringen und damit für andere verbindlich machen?

Dargestellt wird dies anhand einiger aktueller Streitfragen, u. a. zur Sterbehilfe, Einführung eines islamischen Religionsunterrichts und islamischer Theologie an Universitäten, Körperschaftsstatus der Religionsgemeinschaften und deren Finanzierung. Wo verlaufen die Grenzen der Religionsfreiheit und des elterlichen Erziehungsrechts im Falle der Beschneidung bei Juden und Muslimen oder des Verbots der Bluttransfusion bei den Zeugen Jehovas?"

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Friedrich Naumann Stiftung