Vorbehalt
Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen.
Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen.
zu Wer bestimmt über den Islam an der Schule? von Claudia Mende
Niedersachsen hat bereits ein fertiges Kerncurriculum und beginnt in der
nächsten Woche mit dem Kerncurriculum für Sek I. Das Hamburger Modell
halte ich für nicht relevant. Es kann nicht für alle Beteiligten
funktionieren, auch wenn die Muslime derzeit mitmachen. Artikel 7.3 GG ist
nach wie vor die beste Option, die freilich um einen zzRU (zeitweilig
zusammengeführter Religionsunterricht) ergänzt werden sollte. Für mehr
interreligiöse Kompetenz bei den angehenden Lehrerinnen und Lehrern haben
wir auch ein spezielles Modul in unserem grundständigen Studiengang
Islamische Religion für das Lehramt an der Universität Osnabrück
entwickelt. In dieser Publikation wird dieses Modul vorgestellt:
http://www.beltz.de/de/verlagsgruppe-beltz/gesamtprogramm/detailansicht/titel/interreligioeser-dialog-in-jugendarbeit-und-schule.html
Jörg Ballnus
Institut für Islamische Theologie - Universität Osnabrück weiter »
zu Wer bestimmt über den Islam an der Schule? von Claudia Mende
Wem nutzt die Darstellung angeblicher Schwierigkeiten bei der Realisierung des islamischen Religionsunterrichts in NRW? Warum die üble Nachrede "Die unterschiedlichen Strömungen sind sich nicht einig"? Wenn sie sich nicht einige sind wie können sie dann ihre Version des Glaubens durchsetzen? Wieso die Behauptung "Konservative isalmische Kreise stoßen sich immer wieder an...Prof Khorchide..."? Usw.usw. Es werden keine Quellen genannt, keine Belege angeführt, niemand aus dem Beirat und den Verbänden kommt zu Wort. War das zuviel Arbeit für die Autorin? Frau Kaddors Kritik ist durchsichtig. Selbstverständlich ist sie nicht erfreut, dem Beirat nicht anzugehören. Wieviele Schiiten gibt es denn in NRW? Wen meint sie denn mit den "mystischen Bewegungen"? Haben die auch Mitglieder, Sprecher und eine Adresse?
Das so hochgelobte Hamburg hat nun mal ganz eigene verfassungsrechtliche Vorgaben, die eben nicht die gleichen sind wie in den anderen Bundesländern, ebensowenig wie die konfessionelle Sonderstellung der Nordelbischen Kirche. Wer den konfessionellen Religionsunterricht in katholisch-evanglisch gemischten Bundesländern abschaffen will, muss auch sagen, wer die absolute Mehrheit bilden soll um die Landesverfassungen zu ändern. Wer, wie offensichtlich Herr Kiefer, solche Träume pflegt, schließt angewandte islamische Theologie in deutscher Sprache aus dem Schulwesen aus, mehr noch, will sie vielleicht gar nicht entstehen lassen, zugunsten der eigenen Disziplin. Wollen wir dann auch eine "Christentumswissenschaft" erfinden, mit Andersgläubigen besetzen und die evangelische und katholische Theologie abschaffen?
zu Stasi-Aufarbeitung auf Arabisch von Christoph Dreyer
Wenn Sie die Biografie von Angela Merkel (u. a. Polytechnische Oberschule, Erweiterte Oberschule und besonders die Karl-Marx-Universität) lesen, wirft das einige Fragen nach der "Aufarbeitung" auf, denn ohne Linientreue hätte Frau Merkel diesen Weg sicherlich nicht absolvieren können - als Nicht-DDR-Bürgerin lasse ich mich aber gern korrigieren. Dann gibt es Bücher z. B. von Hans-Joachim Maaz (ehemals DDR und D-West aus psychotherapeutischer Sicht, "Der Gefühlsstau - Psychogramm einer Gesellschaft") sowie Dirk Laabs ("Der deutsche Goldrausch - die wahre Geschichte der Treuhand" über die doch recht überfallartige Abwicklung der DDR). Ganz so angemessen ist das Lob der Stasi-Aufarbeitung (und das Selbstlob in Deutschland-West) keineswegs. Nicht zuletzt ist die Aufarbeitung der NS-Diktatur ebenfalls bruchstückhaft, allein schon der unverschämte, juristisch-raffinierte Umgang mit noch ausstehendem Lohn (!) und Entschädigung der Holocaust-Überlebenden ist unglaublich, die alte und neue Geschichte der IG Farben - Nachfolgeunternehmen oder der Deutschen Bahn als Reichsbahn-Erbin zeigt beispielhaft, wie es um "Aufarbeitung" bei uns steht. Außerdem wird weiterhin Rassismus gepflegt und gefördert, sei es durch Racial Profiling, Verschleppung eines NPD-Verbotes, fehlende Konsquenzen gegen Alt- und Neonazis, folgenlose, beleidigende Pauschalurteile durch extrem Privilegierte wie Herrn Sarrazin, Verachtung von armen Menschen als Arbeitsscheue, misstrauisches Beäugen von "ausländisch Aussehenden", um nur ein paar Beispiele unserer rassistisch und elitär geprägten Gesellschaft zu nennen, die Menschen nur nach dem Kontostand, Pass, und Äußerlichkeiten auf- oder eben abwertet.
zu Warum Sanktionen Teherans Tyrannen helfen von Ali Fathollah-Nejad
Infolge der Sanktionspolitik ist der Iran wirtschaftlich autark und hat eigene Produktionen in beinahe jedem Industriesegment. Und das ist gut so, wir Iraner wollen keine Spielzeuge im dienste westlicher politik wie die Golfaraber sein, die gegen Iran hetzen.
zu Warum Sanktionen Teherans Tyrannen helfen von Ali Fathollah-Nejad
Der Autor benennt hier mal ehrlich, was die eigentliche Ursache der Sanktionen ist - der gewünschte "Regime Change". Das iranische Atomprogramm ist doch nichts als ein Vorwand und alle Verhandlungen müssen deshalb scheitern. Denn verzichtet Iran nicht auf alle seine Rechte,wird es keine Lockerung der Sanktionen geben. Diese scheinen mir also mehr als Kriegsgrund zu dienen, nach dem Motto "wir haben ja alles versucht". Eine skandalöse Einmischung in die Interessen eines souveränen Volkes und Staates.
Jetzt kann man natürlich grundsätzliche Kritik am islamischen System haben - aber alles in allem ist die Islamische Republik noch jung, war aber die ganzen Jahre ihrer Existenz mit Sanktionen belegt und noch 8 Jahre einem wahnsinnigen Krieg ausgesetzt. Da kann man vor Bewunderung über die Fortschritte, die das Land in den Bereichen Bildung, Wirtschaft, Technologie, Forschung gemacht hat, nur den Hut ziehen. Wie wäre das erst ohne Sanktionen? Zum Fürchten für den Westen?
Die Bevölkerung jedenfalls leidet unter den westlichen Hegemonialansprüchen nach meiner Meinung mehr, als unter einem islamischen System.Würde man das Land nicht ständig unter die Knute zwingen wollen, wäre auch das Regime lockererer. Alles was wir hier tun ist nicht im Interesse der Iraner.
zu "Das ist nicht Scharia, sondern Banditentum" von Charlotte Wiedemann
Erhellend in diesem Interview fand ich eigentlich nur, wie hilflos man den Terroristen im Norden Malis gegenübersteht. Eine friedliche Sekte (Ancar Dine) gegen eine mordende mit demselben Namen (Ansaar ad-Din), ohne dass man der letzteren auch nur intellektuell begegnen kann. Traurig. Und die Frage nach einer internationalen Intervention wurde gar nicht gestellt.